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Ab und an kommen einem Filme ins Gedächtnis die man nur einmal gesehen hat, aber sich noch sehr deutlich an sie erinnert. So unter anderem „La belle personne“ oder „Das schöne Mädchen“, dass ich vor Jahren mal auf Arte gesehen habe. Und ich weiß noch, was für einen großen Eindruck dieser stille, fast unaufdringlich wirkende Film auf mich gemacht hat.

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Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Junie zu ihrer Tante nach Paris. Ihr Cousin Matthias führt sie sogleich in seinen Freundeskreis ein. Ihr Italienischlehrer Nemours ist von ihrer Schönheit so fasziniert, dass er sich in sie verliebt. Aus diesem Grund beendet er auch seine Beziehungen mit der Geschichtslehrerin Florence und der Schülerin Marie. Zu aller Überraschung bekommt der schüchterne Otto die Chance Junies Herz zu gewinnen.

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Während des Sprachunterrichts und bei anderweitigen kurzen Begegnungen mit Nemours spürt Junie dessen Gefühle, ohne dass er sie je ausgesprochen hätte, und versucht ihm deshalb auszuweichen. Sie erwägt sogar den Wohnort und damit auch die Schule zu wechseln, um zu verhindern, dass sie seine Liebe erwidert.

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Letztendlich hat sie nicht die Kraft, sich Nemours’ Verlangen zu entziehen. Entgegen ihren erklärten Absichten sucht sie plötzlich seine Nähe. Otto erfährt davon und stürzt sich aus Eifersucht von der Balustrade des Schulgebäudes in den Tod.

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Das Drama entfaltet sich langsam und subtil, ein Studel in den Junie immer tiefer hineingerät. Und genauso ist der Film. Er ist still, lebt weniger von großen Dialogen, als von Bildsprache und Gesichtsausdrücken. Paris ist nicht romantisch, sondern viel mehr eine kühle Betonkulisse. Ebenso sind die Figuren: eingepackt hinter dicken Pullovern und Jacken, alle ein wneig kühl und isoltiert – fast hat man eher den eindruck „bei Hofe“ zu sein, an dem keiner den anderen wirklich mag, viel mehr ist es der unbewusste Tanz auf dem Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann, wenn nur einer einen Fehler macht.

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Die sich potentiell anbahnende Beziehung zwischen Junie und Nemours ist herzzereißend. Auf der einen Seite das Wollen und Sehnen, auf der anderen, die unumstößliche Tatsache, dass es nicht möglich sein wird. Junie gibt zwar ienen kurzenen Moment nach, aber sie ist rigide zu sich selbst. Anstelle einer kurzen Beziehung, wie sie meint, zuzustimmen, entscheidet sie sich dagegen.

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Das Ende lässt einen traurig zurück. Junie ist rational geblieben und hat Paris und auch offensichtlich Frankreich verlassen.

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