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Julie Delpy… Das ist der ganze Eintrag.

Nein. natürlich nicht. Fangen wir beim Anfang an. Die Gräfin habe ich shcon etwas länger in der Sammlung, aber noch nicht verbloggt. Und nach den Neuigkeiten, zu My Zoe, konnte ich nicht drum herum.

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Einer der Filme, die bei mir einen großen Eindruck hinterlassen haben: Die Gräfin. Julie Delpy als Erzébet Bathory – jene schon fast mytische Schauergestalt des 16. Jahrhunderts. Verwitwet verliebt sich Erzébet in den jüngeren Istvan Thurzov.

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Die wenig empathische Frau ist in den Armen des schwärmerischen jungen Mannes erstmalig richtig glücklich und fühlt sich jung. Doch die Beziehung wird vom Vater unterbunden, der schwache Sohn kapituliert, durch Gerüchte und einen Brief deutet Erzsébet den Altersunterschied von beinahe 20 Jahren als Grund.

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Getrieben von Liebeskummer und Angst vor dem Altern verfällt sie dem Wahn Blut würde sie wieder verjüngen und ein mörderischer Albtraum beginnt. Jugend ist Schönheit, ist Macht, ist Einfluss. Erzébet wird weder als  Monster noch als Opfer dargestellt, sondern als verletzte Frau, die ihre Machtposition benutzt, um ihren durch Liebeskummer verursachten Wahn vom Jugend und Schönheit zu verwirklichen, wobei ihr von den Herrschenden nicht die von ihr begangenen Verbrechen verübelt werden, sondern der Umstand, dass sie sich als Frau anmaßt, ihre Rechte mit allen Mitteln zu verteidigen.

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Dabei wird die Geschichte so weit wie möglich ohne blutige Spektakel erzählt und zeichnet eher das Bild einer Frau, die sich in ihrer Zeit zuerst einmal einer machtvollen, kriegerischen Männergesellschaft und politischem Ränkespiel behaupten muss und zunehmend dem Wahn verfällt. Eine der besten Szenen des Films ist der Aderlass an der jungen Magd, die zuerst so aussieht als würde die Gräfin Gutes für die junge Frau wollen.

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„Geschichte wird von Siegern geschrieben“ – mit diesem Satz beginnt und endet alles. Am Ende bedient der Film zwar den Mythos „Blutgräfin“,  lässt sie zwar nicht grundlos, sondern durch einen Wahn und enttäuschte Liebe zu der Frau werden, die Jungfrauenblut zu benötigen meint, um das Altern aufzuhalten. Ein ein Intrigenspiel durch Nutznießer wirkt nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber Erzsébet Bathory wird als Blutgräfin wider Willen, ihre angebliche Taten werden nicht hinterfragt, sondern nur als durch Intrigen von Männern ausgelöst dargestellt

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