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Damals hatte ich nur die Werbung mitbekommen und dacht. „Die Farbe Lila 2?“ und es dann vergessen. Manchmal brauche ich Zeit um Filme für mich zu entdecken. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches handelt von der jungen Journalistin Eugenia „Skeeter“ Phelan, die Mitte der 60er ein Buch über die farbigen Dienstmädchen in Jackson, Mississippi schreibt. Sie sind Haushälterinnen, Kindermädchen, Pflegerinnen, Köchinnen und billige Putzkräfte in einem, ohne Anspruch auf Mindestlohn oder rechtlichen Absicherungen.

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Zunächst wirkt es sehr langweilig. Die ganze Handlung spielt in einer großbürgerlichen Gegend: weiße, wohlsituierte Möchte-gern- Jackie-Kennedys, in gepflegten Häusern mit perfekt sitzenden Frisuren, die in Wohltätigkeitsvereinen für notleidende Kinder in Afrika sitzen und im Haus ein farbiges Dienstmädchen für 80 Cent die Stunde beschäftigen.

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Zwei der Dienstmädchen sind Abileen und Minny: an 5 Tagen die Woche arbeiten sie in fremden Haushalten. Während Abileens Arbeitgeberin einfach nur ein hübsches Püppchen ist, trägt Hilly Holbrooke ihren Rassismus offen zur Schau. Eine Außentoilette für die Bedienstete, nummeriertes Klopapier etc.pp.

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Als Minny ihren Job bei den Holbrookes verliert, nimmt sie eine Stelle bei Celia Foots an. Celia ist eine naive, etwas überforderte junge Frau, die frisch verheiratet von Sugarditch nach Jackson gezogen ist. Sie kann weder Kochen noch eine Haushalt führen ist aber einfach so süß und liebenswert, dass man ihr das nicht übel nehmen kann.

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Nebst der Tatsache, dass Hilly gegen sie eine private Fehde führt. So wird sie weder zu den heiligen Bridgekränzchen eingeladen, noch darf sie bei dem großen Wohltätigkeitsball helfen und am besten sollte sie gleich ganz wieder verschwinden.

Neben all ihrer eigenen Probleme, hat Celia aber auch ein großes Herz und freundet sich mit Minny an, die auch etwas verwirrt reagiert, dass Celia sich zu ihr an den Küchentisch setzt und mit ihr zusammen isst. Eine der schönsten Szenen des ganzen Films. Celia ist neben Abileen die warmherzigste Figur des Filmes mit ihrer wasserstoffblonden Lockenfrisur und den großen Kulleraugen.thehelp08

Währenddessen hat Skeeter Probleme Dienstmädchen zu finden, die bereit sind ihre Geschichten zu erzählen. Erst als Hilly ihre neue Hausangestellte des Diebstahls bezichtigt, erhält Skeeter dutzende Geschichten. Positive wie Negative. Was ich schade finde, denn diese wären wirklich interessant gewesen.Sind alle „Weißen“ die bösen Rassisten, die ihre Angestellten wie Sklaven behandeln oder nicht? Durchaus wird thematisiert, dass sich einige um ihre Bediensteten kümmern, sie auch im alter im Haus behalten oder ihnen versuchen die Lebensumstände gemessen an der Situation angenehm zu machen, aber nicht in der Mehrzahl.thehelp10

Wie erwartet sorgt „The Help“ für Kontroversen. Einige der Damen erkennen durchaus wieder, wer hinter den einzelnen Geschichten steckt und Skeeter muss sich Vorwürfe und Anfeindungen gefallen lassen, schafft aber auch den Sprung nach New Yorkthehelp12

Abileen hingegen verliert ihre Stelle.

Das Ergebnis ist eigentlich sehr traurig: Die Welt in Jackson wird sich nur sehr langsam ändern – trotz des aufkommenden Black Movement, den Rufen nach Liberalisierung und Rechtsgleichheit.

Der Film ist sehr Sanft, bonbonfarben – erzählt aber durchaus von einer Form des Alltagsrassismus von dem heute jede erschrocken Fragt „Wieso habt ihr nicht protestiert?!“ – der Film gibt eine mögliche Antwort: „Weil es eben so war“ und Denkprozesse eben sehr lange brauchen.

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