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Ich wollte erst einmal das Ende der ersten Staffel abwarten, bevor ich endgültig meine Meinung zu der Epix-Serie „Berlin Station“ sage.

Die Serie ist im Milieu der internationalen Geheimdienste angesiedelt. Daniel Miller ist Analyst bei der CIA und wird nach Deutschland versetzt, um einen Whistleblower aufzuspüren, der geheime Informationen der in Deutschland stationierten CIA weitergegeben hat.

 

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Agenten, Berlin, Whistleblower. Wie ich bereits bei The Night Manager, 2016 sagte: es gibt zwei Erzählweisen des Agenten – Genres: Hypereal oder „Gut gegen Böse“, hier entschieden sich die Macher für Ersteres.

Agentenserien zählen bei mir zu den „Sonntagsfilmen“, die ich mir anschaue, wenn ich sonst nicht weiß, was ich schauen könnte.Sie bieten Action, Spannung und meistens auch die Frage nach „Richtig oder Falsch“ und dementsprechend war ich bei der Zusammenfassung in der Stimmung: „Prima für den Herbst“ – dann lief die Serie an und hinterließ bei mir bereits nach der ersten Folge ein: „Na ja.“

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Die Serie will das Genre nicht neu erfinden und muss sie auch nicht. Solide werden zwei Handlungen erzählt: Die Jagd auf „Thomas Shaw“ durch den Analyst/Fieldagent Daniel Miller und das IS-Netzwerk im Zuge der Flüchtlingsorganisation im Herbst 2015. Eine Menge Intrigen und politische Falltüren.

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Ich hatte gedacht, dass mich die Serie noch mal packen würde, aber leider saß ich am Ende immer noch da: „Wenn ich’s nicht gesehen hätte, hätte ich auch nichts verpasst.“. Die Hauptfigur Daniel Miller blieb überraschend „clean“ – während sich bei den anderen Akteuren nach und nach Abgründe und auch der Dreck, der an ihnen klebte offenbarte, erschien Daniel nahezu sauber, fast zu sauber – außer dass er raucht.

Ich hätte mir gerne auch gewünscht, dass er doch etwas mehr Dreck am Stecken hätte – vielleicht in Staffel 2 ? Und vielleicht auch ein bisschen mehr endlich mal zu seinem groß beworbenen Hintergrund und den Zweifeln die da in ihm aufkommen sollten – habe ich die eigentlich verpasst?

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Nun aber mal zu den positiven Dingen: Es hat mich gefreut, dass die Hauptcast nicht die dynamisch-zertörten Mittdreißiger waren sondern allesamt über 40 (mehr davon bitte!) und die Tatsache das deutsche Schauspieler in einer US-amerikanischen Serie mitspielen und dadurch solche Nonsense-Deutschsätze wie einst „Schieß dem Fenster“ nicht mehr vorkommen. Herrlich lachen musste ich nur bei einem Wort, was Daniel Miller verwendete „Fräulein“ – süß, ich kann mich nicht erinnern dieses Wort seit den 60ern im Sprachgebrauch gefunden zu haben. Und Maximus… Selten habe ich so über nen Namen gelacht. Maximilian wäre auch okay gewesen, nicht gleich die Superlative.

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Auch dass die englischsprachigen Darsteller von Zeit zu Zeit Deutsch sprechen fand ich toll. Okay ist auch meine Muttersprache (wer wäre da nicht geschmeichelt) und darüberhinaus sind alle auch  gut zu verstehen.

Darüberhinaus war es für mich toll Claudia Michelsen, Daniela Ziegler, Sabin Tambrea, Bernhard Schütz, Victoria Meyer und Alexander Beyer zu sehen. Und natürlich die Blicke auf Berlin – dem eigentlichen Star der ganzen Serie, wenn man es genau nimmt.

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Die Stadt ist rauh, voller Graffiti, grauer Herbst/Winter und eine Form von Melancholie. Und dafür lohnte es sich, meiner Meinung nach zuzuschauen. Architektonisch durfte ich einiges bewundern und habe über die schönen Details einiges Interessantes entdeckt.

Und: Das Titellied! Als bekennende Bowie-Jüngerin hat mir das am meisten gefallen.

Ob ich mir wirklich eine zweite Staffel wünschen würde, weiß ich nicht. Im großen und ganzen wäre mir eine abschlossene Mini-Serie oder ein 95-Minüter Lieber gewesen.

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