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Ein Film mit Kate Winslet ist für mich immer ein Grund ihn zu sehen. Und Kate Winslet in einem Kostümfilm schon gleich zweimal The Dressmaker ist in Deutschland irgendwie ein wenig untergegangen, aber unbedingt das Ansehen wert.

Myrtle „Tilly“ Dunnage kommt nach Jahren der Abwesenheit in ihr Heimatdorf Dungatar im australischen Outback zurück und nimmt á la „Der Besuch der alten Dame“ Rache an dem verschlafenen Provinznest, dass von Lügenkonstrukten aufrecht gehalten wird.

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Passend dazu entrümpelt sie zunächst das Haus ihrer völlig verwahrlost lebenden Mutter, die sich standhaft weigert ihre Tochter zu erkennen.

Kate Winslet in den großen Stilroben der 1950er Jahre ist einfach hinreißen anzusehen und natürlich erregt sie aufsehen in dem kleinen fünf Häuser Dorf. Mit dramatischen Schnitten, läuchtenden Farben und Rauchend. Der Glamour von Christian Dior und Chistóbal Balenciaga glitzert in der australischen Wüste.

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Mein persönliches Highlight war Hugo Weaving als Polizist der zur Travestie neigt. Seine Szenen hatten einfach einen unwahrscheinlichen Humor gehalt ohne die ganze Situation lächerlich wirken zu lassen.

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Und auf einmal wird sogar aus dem hässlichen Entchen Gertrud die Hollywoodschönheit, die durch den Tanzsaal schwebt.

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Zugegeben: Es sieht schon ziemlich witzig aus wenn Haute Couture durch ein kleines Dorf schwebt. Und mehr wie einmal konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen. Vor allem die Damen, die auf einmal alle aus dem Katalog der Haute Couture entstanden.

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Gleichzeitig wird immer deutlicher wie die Situation im Ort eskaliert, als Tilly beginnt einen nach dem anderen zu entlarven und am Ende Dungartars Müll buchstäblich in Flammen aufgeht.

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Zusammengehalten wurde die ganze Dorfgemeinschaft aus Lügen, Lästereien, provinzieller Gleichgültigkeit und Erpressung. Judy Davies als Molly Dunnage hat das ihr Leben lang ertragen müssen, da sie ein uneheliches Kind bekam und Tilly unverschuldet weggeben musste.

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Die Geschichte ist eine zwar auch mit einer Liebesgeschichte verknüpft, aber viel mehr ist sie eine minutiöse Mileustudie der australischen Nachkriegszeit. Er schwelgt als Hommage an die Mode in Farben und Schnitten, als Kontrast im australischen Outback.

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Sowohl im großen wie im kleinen Drama.Die Figuren sind sogar teils zu den Stoffen schlicht nebensächlich. Für Modefetischisten und Kostümfilmliebhaber ist der Film in jedem Fall etwas

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Vor allem auch weil er relativ ohne viele starke CGI-Effekte auskommt. Natürlich gibt es die Komputeranimationen, aber im großen und ganzen: der Blick ist auf die Figuren, die Kleidung und die Szenerie aus. Sollte an also an einem Sonntag einen feinsinnigen Film sehen wollen: Dieser ist es.

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