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Ich hab mich lange dagegen gesträubt, mir Austenland anzusehen. Irgendwie hatte ich die Befürchtung, es könnte mir nicht zusagen. Aber da ich in meinem filmischen Sommerloch angekommen bin : „Sei’s drum“ und Austenland wurde geschaut.

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Erwartet habe ich nicht viel: Boy meets Girl, ein wenig Drama, Comedy, Romance – alles was einen Standard Wohlfühlfilm ausmacht. Jane Hayes ist seit ihren Teenagertagen in Mr. Darcy verliebt – und nicht nur irgendein Mr. Darcy sondern in der Darstellung von Colin Firth! Und als erneut eine Beziehung in die Brüche geht, reist sie nun in den Themenpark „Austenland“ um endlich das absolute Austenerlebnis zu haben. Umgeben von männlichen Gleichgesinnten stellt sie sich die Frage, ob sie hier von ihrer kindischen Leidenschaft Abschied nehmen kann oder ob sie nicht ausgerechnet an diesem quasi magischen Ort ihren Traum-Darcy.

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Am Flughaben trifft sie „Miss Charming“ – eine reiche Erbin, die „wegen der Männer“ das „Platin-Paket“ gebucht hat, anders als Jane, die das „Kupfer -Basis-Paket“ bezahlt hat. „Miss Charming“ ist reich, offenherzig, ein wenig vulgär, aber auch sehr liebenswert.

Die Ankunft in Austenland war ebenfalls sehr spannend. Hier ist nur wer was, der richtig bezahlt, wer wie  Jane nur das Sparpaket zahlen kann, der wird hier gern zur untersten Schicht gezählt und auch so behandelt – mit Kleidern und Zimmer.

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Konzept des „Austenland“ ist der des Reactment, die Teilnehmer erhalten mehr oder minder zeitgemäße Kleidung, Frisuren und erleben mit einem der im Park beschäftigten Darsteller eine Romanze. Die Figuren jedoch, die nun auftauchen, machten es mir hier und da doch etwas schwer, den Film wirklich zu mögen. Schlechte Schauspieler – also die Figuren, die hier in Austenland auftraten  – vermiesen mit zuviel dummer Albernheit leider den Zauber, der hier in diesem Land liegen könnte. Aber dass das genau so für diesen Film hier gewollt ist, wird bald klar. So zählt etwa ein Pornosdarsteller dazu, Showdarsteller in Vegas und ein arbeitsloser Neuseeländischer Darsteller (Falls ihr den Herren mit der dunklen Wuschelfrisur wiederkennt: Lindir aus Der Hobbit!).

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Die Nebendarsteller sind allesamt irgendwie schrullig und daher liebenswert – auch wenn sie den drei amerikanischen Gästen nur Blendwerk bieten. Ein Highlight war für mich das aufgeführte Theaterstück, in dem die Schauspieler so  hölzern und unprofessionell agieren.Austenland18

Humor hatte der Film in jedem Fall durch die Nebendarsteller, während die Geschichte um Jane und Henry Nobly eher einer Parodie der Austenbücher gleichkommt. Wobei die Parodie eines typischen „BBC -Literaturhelden“ schon auch wieder was lustiges an sich hat. Vorhersehbar, aber irgendwie zum Seufzen schön. Denn just nachdem Jane von ihrer Jane Austen-Manie ein für alle Mal geheilt ist, findet sie ihren Mr. Darcy. Oder besser gesagt, er sie.

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