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Das Thema Agenten und ich ist immer so was für sich – mal liebe ich die Filme und ein anderes Mal denke ich: „Was zum Geier?!“. Anfang des Jahres flimmerte „The Night Manager“ über die Bildschirme und die illustre Cast lies mich aufhorchen.

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Jonathan Pine ist Nachtportier in einem Luxushotel in Kairo zu Zeiten des Arabischen Frühlings. Als ihn der britische Geheimdienst rekrutiert, um dem Waffenhändler Richard Onslow Roper das Handwerk zu legen, ist Pine mehr als gewillt, wieder in den Dienst zurückzukehren. Schließlich ist Roper verantwortlich für den grausamen Mord an Pines Geliebter  Sophie. Um sie zu rächen und einen der gefährlichsten Männer unserer Zeit zu Fall zu bringen, muss er sein Leben riskieren und den Kreis von Ropers Vertrauten infiltrieren, darunter auch Ropers Geliebte Jed.

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Nach acht Folgen ist mein Gefühl dennoch ein „Nun ja“ geblieben. An vielen Stellen fand ich die Geschichte toll, an einigen aber auch „Äh, echt jetzt?“. Das Genre „Agentenfilm“ bewegt sich seit einigen Jahren zwischen zwei Erzählformen: der hyperrealistischen und der nostalgischen. Auf der einen Seite mit ihren getriebenen und vernetzten Protagonisten und einer Storyline, die die so gut es geht Realität einholt. Auf der anderen Seite gibt es die Flucht in die Vergangenheit, in die Zeiten klarer Grenzziehung: Gut gegen Böse, Held gegen Gangster.

Jonathan Pine ist eine Art „James Bond in the waiting“: Kontrolliert, formvollendeter Hotelier und Krisenmanager, der jeder Situation gewachsen zu sein scheint.Ja, wer ist dieser  Jonathan Pine? Anders als bei den innerlich zerrissenen Spionen der jüngeren Vergangenheit, weiß Pine genau, dass er auf der richtigen Seite kämpft.  Der letzte, aufrechte Brite, die Verkörperung des viktiorianischen Gentleman der Neuzeit.

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:„The Night Manager“ arbeitet wie aus dem Lehrbuch nach den Regeln der Bond-Filme der 60er: Der Held edel, die Frau willig. Ermittelt wird ganz im Stil alter Schule. Agenten sitzen irgendwo auf Bänken,und beobachten, verstecken sich hinter Reiseführern. Hastige Kritzeleien auf Zetteln oder Hotelblöcken. Die dekadenten Gangster entsorgen ihre SIM-Karten in leeren Champagnerflaschen. Es war fast beruhigend diese nostalgische Erzählform präsentiert zu bekommen. Was aber zugleich der Haken an der Sache ist:

Am Ende bewegen sich acht Folgen Menschen in maßgeschneiderten Kleidungsstücken in teuren Einrichtungen oder vor malerischer Reisekulisse: ein Luxushotel in Kairo, ein Chalet in Zermatt, ein Anwesen auf Mallorca.  In dieser Hochglanzwelt tut nichts weh, auch die Gewaltszenen sind hübsch inszeniert und ausgeleuchtet.

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Eigentlich kann man The Night Manager auf seinen Vorspann reduzieren. Eine goldene Kalaschnikow steigt als Rakete in den Himmel und verwandelt sich in ein Martiniglass. Aber, halt: Jonathan Pine trinkt weder Alkohol noch raucht er.

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