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Wozu Feiertage gut sind, innerhalb einer Woche David Copperfield gehört. Lag auch nicht an dem Vorleser, nein.  Ich muss sagen: Herr Armitage hat mir Dickens in diesem Fall schmackhaft machen können.

Der Titelheld David verbringt nach dem frühen Tod des Vaters und dem der Mutter, die von seinem Stiefvater Murdstone und dessen herrschsüchtiger Schwester Jane allmählich zu Tode gequält wird, einige Zeit in der Schule des brutalen Mr. Creakle. Bereits mit zehn Jahren wird er zur Arbeit in die Fabrik Murdstones geschickt. Den unerträglichen Bedingungen entzieht er sich durch Flucht zu seiner Tante Betsey Trotwood nach Dover, die ihm den Besuch der reformpädagogischen Schule des Dr. Strong in Canterbury ermöglicht. Bei dem Londoner Advokaten Wickfield findet er schließlich herzliche Aufnahme. Nun beginnt Davids beruflicher Aufstieg vom Lehrling bei der Anwaltsfirma Spenlow und Jorkins hin zum Parlamentsreporter und Schriftsteller.
Zahlreiche Nebenhandlungen sind in diese Handlung eingewoben. So entführt der adelige James Steerforth, die Verkörperung des Hochmuts höherer Klassen, die Adoptivtochter des Fischers Pegotty, Emilie. Der Verlobte Emilies, Ham, verfolgt die beiden und entdeckt die mittlerweile von dem Entführer Verlassene. Bei dem selbstlosen Versuch, Steerforth vor dem Ertrinken zu retten, ertrinkt Ham selbst.
Eine weitere Nebenhandlung befasst sich mit dem Erzschurken Uriah Heep, Wickfields Angestelltem, der gegen seinen Arbeitgeber intrigiert und von Mr. Miccawber entlarvt wird, mit dem David eine enge Freundschaft verbindet. David verliebt sich in die kindliche Tochter seines Arbeitgebers Mr. Spenlow. Nach deren Tod findet David, inzwischen ein erfolgreicher Schriftsteller, die wirkliche Erfüllung in der Ehe mit seiner Jugendfreundin Agnes Wickfield.

Ich hatte wirklich eine schöne Zeit mit dem Zuhören und habe an einigen Stellen fast Tränen gelacht. Mein absoluter Favorit in diesem Hörbuch ist Miss Betsey Trotwood, sie ist schlichtweg großartig gelesen und allein die Schilderung mit den Eseln.

Allerdings war ich froh das Buch auch zuvor auf Deutsch gelesen zu haben, denn zum Teil musste ich bei den Dialekten sehr genau zuhören um überhaupt zu verstehen. Dennoch kann man sich schnell heimisch fühlen, mit den Figuren. David, Agnes, Traddles, Pegotty, Emily, Tante Betsey, Mr. Micawber.

Ein Charakter wie Steerforth faszinert, die Abneigung gegenüber Uriah Heep ist mit Händen zu greifen. Die Geschwister Murdstone hasst man. Und was wäre das Buch ohne die Nebenfiguren, diemehr sind als Statisten: Mr. Mell mit seiner Flöte, der geizige Mr. Barkis, Martha, Doras Tanten, Dr. Chillips, der liebenswerte Mr. Dick, der respektable Litimer…

Ja, doch ich glaube ich komme solangsam zu einem freundschaftlichen Verhältnis mit Charles Dickens – hat etwas länger gedauert.

Zum Vorlesen selbst, es ist einfach schön zuzuhören. Die Stimme kuschelt mich einfach ein und sorgt für ein Wohlfühlen. Und: ich bin jedes Mal verblüfft wie er es schafft Frauenfiguren absolut glaubhaft zu sprechen.

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