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Sonntage. Sonntage sind immer schwierig zu füllen. Irgendwann hat man die To-Do-Liste abgearbeitet und dann kann man nur noch Filme schauen, um den Tag zu Ende zu kriegen. Der heutige Film ist einer meiner liebsten „Sonntags“-Filme.

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 A stunning drama bringing vividly to life the French Impressionists struggle for recognition in the face of massive hostility from the art world of the late 19th Century. The delicate hues of Monets water lilies and Degas exquisite ballerinas contrast sharply with the real story of huge controversy, scandal and rivalries which emerges in this sumptuous drama based on an extensive archive of letters and documentary evidence. Beset by poverty, living through massive social upheaval and battling the art establishment, the Impressionists really suffered for their art yet their enduring friendship and commitment to this innovative style of painting was to survive all the rows, rivalries, duels and crises to leave a lasting and much loved legacy. …The Impressionists.

 

Über drei Folgen hin wird die Impressionistenbewegung Mitte des 19.Jahrhunderts dargestellt, in Form von Rückblenden. Claude Monet, der Maler mit dem der Impressionismus verbunden wird, ist nun alt und blickt auf sein Leben zurück. Von der Ausbildung mit konventionellen Kunstvorstellungen hin zu dem Aufbruch, den der Impressionismus für Bazille, Degas, Manet, Monet, Renoir bedeutete.

Was ich von anfang an geliebt habe, war die Cinematographie, die was Landschaftsaufnahmen, Licht- und Schattenspiele, wunderschöne, verträumte Momente geliefert hat. Ganz im Sinne des Kunsthistoprischen Abschnittes, den man hier behandelt.

Zugleich gibt es auch ein paar amüsante Hintergrundinformationen zur Entstehung von Bildern, so etwa das Monet diese Beinverletzung durch einen Diskuswerfer erhalten hat. Und was macht man? Man malt ein Bild dazu. Samt der Anweisung des Models wider Willen:

Make sure that I look really ill. Use cobalt blue and cadmium orange for the bruise.

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Ein wichtiger Punkt ist aber vor allem die Biographie Monets. Die erste Episode widmet sich dem Kennenlernen mit seiner ersten Lebensgefährtin und Frau: Camille, die er sehr häufig portraitiert hat.

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Neben der schönen Farbspiele, kommt aber auch die Problematik dieser Zeit zum Thema. Monet lebte in diesen Jahren am Rande des Existenzminimus, hatte Frau und Kind zu versorgen und manchmal war die Frage nach dem Wie sehr groß.

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Neben dem Privaten kommt aber auch die Unterschiedliche Arbeits- und Herangehensweise vor. So sieht man sowohl die kompositionierte Ateliermalerei, als auch die Freiluftmalerei. Und wenn man Monets frühe Bilder sieht muss man sich wundern, wie klein sie zum Teil sind. Zum einen wegen den finanziellen Mitteln, aber auch für den Transport handlich gedacht.

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In der zweiten Episode tritt weniger das Malen, als der gesellschaftliche Aspekt in den Vordergrund. Monet lernt die zweite Frau in seinem Leben kennen: Alice Hoschedé, die Frau eines Kunstsammlers für den Monet diverse Bilder malte. Die Zeit ist von dem Tod Camilles, dem langsamen herauskommen aus der Armut und der Etablierung der impressionistischen Kunst geprägt.

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Nach dem Tod seiner Frau und dem Bankrott ihres Mannes leben Monet und Alice zusammen, können aber nicht heiraten da Alice nicht bereit ist sich scheiden zu lassen.Gleichzeit geht es aber auch um die Finanzierung von 8 kindern, Monets leiblichen und die sechs der Hoschedés.

Etwas, was mir aber besonders gefiel war das Verständnis der beiden. Camille, auch wenn man es verstehen kann, wird hier als Frau gezeigt die sich um praktischere Dinge sorgte: Essen, Obdach und Kleidung. Und Monet ist in der Hinsicht auch ein ziemlicher Ignorant, wie sehr ihr das Zusetzt. Ich hätte ihm mehr wie einmal liebend gerne eine Ohrfeige verpasst und gefragt: „Merkst du eigentlich nicht, wie schlecht es deiner Frau geht. Anstelle von Kunst zu reden, solltest du auch mal auf sie Rücksicht nehmen!“

Mit Alice verbindet ihn aber eben auch die Liebe zur Kunst. Was schön zu sehen ist, dass sie ihn begleitet ihm Vorschläge macht und ihn unterstützt. In der Hinsicht ergänzen die beiden sich wunderbar

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In gewisser Weise setzt die letzte Episode mit dem ruhigen Leben an. Alle haben sich etabliert, sie leben Finanziell stabil und sind merkwürdigerweise keine Revolution mehr,  sondern Tradition geworden.

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Ich zähle diesen Mehrteilern zu den angenehmsten, die ich im Regal habe. Zum einen ist es unterhaltend, gleichzeitig aber auch ein kurzer Abschnitt über die wohl beliebteste Kunstepoche und man bekommt schöne, farbenprächtige Bilder und durchaus interessante und charmante Personen zu sehen.

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