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Lily Brett, die australische New Yorkerin mit europäischen Wurzeln, steckt mittendrin, und um die Stadt einzufangen, hält sie sich selbst den Spiegel vor. Hinreißend erzählt sie von ihren Nöten, einen halbwegs anständigen Büstenhalter im Greenwich Village zu erstehen, vom befremdlichen Anblick der Schoßhündchen in Regenmänteln und Sonnenbrillen, vom überbordenden Großstadtverkehr. Und zum Glück gibt es in dieser ziemlich hektischen Stadt auch Winkel der Ruhe und des Friedens, den Geruch von frisch gebackenem Brot und die entwaffnend ehrlichen Gespräche mit ihrer Kosmetikerin. Denn in Manhattan ist nichts unbedeutend und nichts selbstverständlich. Lily Bretts New-York-Erzählungen sind ein großes Lesevergnügen. In der tragikomischen Mischung aus Autobiographie und kleinen Alltagsvignetten schimmern die großen Themen des Lebens durch.

 

Es musste einfach sein. Der zweite Band der New-York-Kolumnen von Lily Brett steht in meinem Regal und ist gelesen. Und ich habe mich herrlich amüsiert. Im Vergleich zum ersten Teil ist dieser hier humorvoller und auch fröhlicher. Es ist nicht mehr das New York vor 2001, dennoch entwickelt sich auch hier das Bild einer bunten, lebhaften Stadt.

Wobei Lily Brett nicht als Fremdenführerin agiert, sondern in ihrer flüssigen, leicht neuortischen Sprache dem Leser das Leben in der Stadt aus den vielfachen Facetten ihrer persönlichen Erlebnisse näherbringt. Und das in Kurzgeschichten und mit sehr trockenem Humorvon den großen und kleinen „Alltäglichkeiten“.

„In New York kochen die wenigsten Leute regelmäßig. Das liegt unter anderem daran, dass die Küchen in den Wohnungen hier sehr, sehr klein sind……..Ich koche leidenschaftlich gern“.

Und wie nun beides zusammengeht und welches Gewese man um einen kleinen Sack Kichererbsen machen kann und was aus zehn Pfund getrockneten Erbsen so alles an Masse werden kann, ist eine der kleinen Portraits von Alltagsverrücktheiten der Autorin.

Ebenso die Veränderung der Kaffeegewohnheiten der New Yorker durch australische Cafés  oder welch spirituelle Erfahrung die Planung vom Backen eines Apfelstrudels ist.

Was genau ein nachts zusammenbrechendes Bücherregal mitsamt der den Absturz heil überlebenden Kostbarkeiten mit New York zu tun hat, erschließt sich in dieser Episode nun wirklich nicht, das Regal hätte überall auf der Welt umfallen können.

Wohl aber fließen immer wieder Hinweise auf innere Haltungen ein, die ein stückweit das Fatalistische des “ New Yorkers“ einerseits und das leicht neurotisch-nervöse Leben andererseits mit einfangen.

So verbleibt im Gesamten ein Mix  aus kleinen, durchaus persönlichen Anekdoten, mit leichter Hand sprachlich schön erzählt, gepaart mit Einblicken tatsächlich aus dem Inneren des Erlebens in der Stadt.

„Da wir hier in New York sind, gab es Cupcakes ohne Mehl, glutenfreie Cupcakes und milchfreie Cupcakes“.

 

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