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Pride & Prejudice – der Stoff der am besten den Plot „Boy meets Girl“ durchspielt. Und jeder hat seine Lieblingsverfilmung. Meine ist, wie vermutlich von vielen, die 1995er Version der BBC mit Colin Firth und Jennifer Ehle, die auch nach wie vor der 2005er weit überlegen ist. Leider gehen auch in ihrem Schatten auch die anderen Versionen unter. Und eine ist die von 1980 mit Elizabeth Garvie und David Rintoul in den Hauptrollen. Nun muss man dazu sagen: die Fassung von 95 holte die Figuren raus aus den Zimmern in das Freie. Was heißt sehr viele Szenen in dieser Verfilmung finden in Räumen und Häusern statt.

Dennoch: diese Verfilmung hält sich sehr eng an die Vorlage und hat auch nicht diese erotischen Anspielungen wie 95. Diese Verfilmung ist „gesitteter“ und biedermeierlichen Wohnzimmern.

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Erwartet man also etwas modernes, muss man erst mal Schlucken, denn dass ist wirklich nicht der Fall. Das ganze Ambiente ist eben das der 1980er und genauso der Schauspielstil. Was dem ganzen nicht im Minimum abträglich ist. Im Gegenteil, dadurch entsteht eine noch comichafte Wesensart bestimmter Figuren.

Allerdings muss ich sagen: die Nebenfiguren sind, im vergeblich zu den jüngeren Adaptionen wesentlich blasser angelegt. Gerade Lydia und Kitty gehen sehr unter und auch George Wickham ist nicht wirklich Präsent. Eine etwas größere Gewichtung hingegen erhält die Geschichte zwischen Charlotte und Mr. Collins. Während Mr. Collins in den 90ern eher ein widerlicher Schleimbeutel mit fettigen Haaren war, erscheint er hier als Bauerntrampel.

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Etwas, was ich sehr mag, ist dass Mary eine größere Menge an Text bekommen hat. Mary ist  logischer Weise die unscheinbarste der Bennet-Schwestern und hat in den meisten Verfilmungen eher den Statistenpart. Diese Mary hier konnte ich fast schon wieder süß finden. Sie ist die mittlere und wird immer bei allem und von jedem übergangen. Wobei diese Mary hier auch hübsch aussieht, ein bisschen unscheinbar aber ganz lieb.

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Die einzigen Figuren von denen ich wirklich enttäuscht war, waren das Ehepaar Bennett und Lady Catherine De Burgh.

Mr. Bennet war rein verbittert und Mrs. Bennet einfach nur ein einfältiges Hausmuttchen – eher drollig, als diese leicht hysterisch-dumme Mrs. Bennet des Buches.

Lady Catherine hingegen wirkte mit ihren ganzen Haushaltstipps eher wie eine 1800er Version von Martha Stewart. Also wenn ihr die roten Ameisen im Schrank habt: Salbei! Und solltet ihr Biedermeiermöbelhaben: reibt sie mit Bimsstein ein!

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Und nun natürlich: DAS Pärchen schlechthin. Elizabeth und Mr. Darcy. Die beiden waren ein wunderbares Filmpaar. Mr-Darcy-played-by-David-Rintoul-in-Pride-and-Prejudice-1980-2

 

Anders als etwa Colin Firth ist David Rintouls Darcy ein „Stoneface“ da ist wirklich wenig Emotion zunächst zu erahnen.  Dennoch kann man da schon nachvollziehen, dass man zunächst von diesem unhöflichen, reichen Schnösel denkt. Dennoch hat er am Ende sogar etwas sehr weiches in den Zügen. Was mich am meisten verwunderte, war das dieser Darcy ein eher hoher, schmaler Mann war. Ich habe eben doch den etwas breiter wirkenden Colin Firth immer so zum Maßstab.

 

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Elizabeth-bennet-played-by-elizabeth-garvie-in-pride-and-prejudice-1980

Und dann natürlich Elizabeth. Und ganz ehrlich: Elizabeth Garvie wird wohl meine Lieblingslizzy sein. Sie entspricht in ihrer Optik sehr genau meiner Vorstellung mit diesen großen Augen und den dunkelblonden Locken und steht damit in einem schönen Kontrast zu ihrer dunklen, zierlichen Schwester Jane.

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Ihre Elizabeth ist auch wesentlich ernster als etwa Jennifer Ehle oder Keira Knightley. Sie weiß durchaus, dass in der Ehe der Eltern nicht alles richtig verläuft, begegnet ihrer Mutter aber nicht mit der gleichen Verachtung wie die nachfolgenden Elizabeth-Darstellerinnen.

Wirklich ein wunderschönes Filmerlebnis!

 

 

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