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 Die Beziehung zwischen zwei Kindheitsfreunden, der Farmerstochter Carol Bolton (Sarah Smart) und Andrew Lawton (Joe McFadden), dem Sohn einer wohlhabenden Familie, bringt einige Schwierigkeiten für das junge Liebespaar mit sich.

Ein weiteres, kleines feines Mehrteilereignis aus Großbritannien. Eine freie Adaption der Sturmhöhe, auf die ich wegen Richard Armitage aufmerksam geworden bin. Und ich habe den Kauf nicht bereut – abseits des Herren Armitage. Es finden sich einige Schauspieler dort versammelt, die ich bereits kannte: Nicholas Farell als Andrews Vater  schon in Kenneth Brannaghs Hamlet, Mansfield Park 1983 und Othello gesehen, Celia Imrie als Andrews Mutter hat in  Calender Girls, Nanny Mc Phee und Bridget Jones mitgespielt, Joseph Mc Fadden bekannt aus Cranford mit Judi Dench und Sarah Smart war in der 1998 TV-Version der Sturmhöhe Catherine Earnshaw-Lintons Tochter Catherine.

Abgesehen von diesen tollen Schauspielern, ist die Geschichte eine nicht sonderlich sanfte Verfilmung. Zugegeben bauchte ich aber erst einmal ein paar Minuten die Figuren zu sortieren, so dass ich erst nochmal Wuthering Heights gelesen haben.Am Anfang wurde ich  von der Synthesizermusik abgeschreckt. Aber man kann das ganze wegblenden.

Wenn man Wuthering Heights kennt, ist es definitiv leichter die Handlungsweisen der Personen zu verstehen und auch einige, nach heutigen Maßstäben, unlogische Handlungen einordnen zu können.

 

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Besonders gefallen aber hat mir das Spiel zwischen Sarah Smart (Carol) und Richard Armitage (John Standring), dass mit minimalsten Gesten zum Teil mehr ausdrückt, als die stark theatralischen Gesten von Joseph McFadden (Andrew).

Was mich im Nachhinein sehr verblüfft hat: man fühlt mehr mit der Nebenfigur John mit, als mit dem tragischen Liebespaar. Zudem entwickelt John im Laufe der drei Episoden immer mehr Bedeutung für die Handlung. Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es drei weitere Folgen gab, die nie gedreht wurden.

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Was diesen Mehrteiler sehenswert macht ist der geschlossene Kosmos in der sich keine einzige wirklich durchgehend sympathische Figur bewegt. Jede von ihnen ist auf eine Art kaputt oder in der Lage aus dieser destruktiven Situation zu fliehen. Carol ist durch fehlende Schulbildung nicht fähig wirklich von „Sparkhouse Farm“ wegzukommen, gleichzeitig hat sie ihre Tochter Lisa zu versorgen, Andrew und sein Vater sind unter dem Einfluss der manipulativen Mutter und John ist so sehr mit seinem Leben in der Working Class verwachsen, dass er dort nicht rauskommen kann und auch nicht will.

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Ein Drama auf engstem Raum, da sich das ganze zwischen zwei Häusern auf gut 100 Metern Entfernung in den Moren Westyorkshires abspielt.

Alles in allem, ein filmisches Kleinod was einem erlaubt immer wieder von etwas überrascht zu werden. Der einzige Nachteil ist die manchmal etwas holperige Kameraführung und die scheußliche Musik.

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