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Als sie zu ihrer Tante in ein kleines Dorf im Südwesten Englands zieht, wirkt die stolze Schönheit Bathsheba Everdene wie eine Exotin. Sie schart eine Reihe von Verehrern um sich, darunter den bescheidenen Schäfer Gabriel Oak, den wohlhabenden Farmer William Boldwood und den charmanten Soldaten Francis Troy. Doch welcher ist der Richtige?

Klappentext

Thomas Hardys vierter Roman und zugleich sein literarischer Durchbruch. Mit wunderschönen Beschreibungen schildert er das englische Landleben der 1870er in der fiktiven Grafschaft „Wessex“, dem Südwesten Englands nachempfunden ist. Dort begegnet man dem jungen Farmer Gabriel Oak, der gerade begonnen hat, sich eine Schafzucht aufzubauen.  Während er auf seine bedächtige, überlegte Art an der Gründung einer einträglichen Schafzucht arbeitet, fällt ihm ein auffälliger Neuzugang seiner Gemeinde ins Auge. Die lebhafte Bathseba mit den hinreißenden schwarzen Locken ist zu ihrer Tante gezogen und hat die Aufgabe übernommen, deren Kühe zu betreuen, die in der Nachbarschaft zu Gabriels Schafweide ihr Gras fressen. Eines Tages erwacht der Schäfer aus tiefer Ohnmacht in seiner Hütte, angenehm gebetet auf den Schoß der schönen und besorgten Bathseba. Offensichtlich hatte ihm die mangelnde Luftzufuhr die Sinne beraubt und die Milchmagd war zur Hilfe geeilt, nachdem sie durch da Gebell des Hundes aufmerksam wurde. Diese romantische Rettung ist ein Grund, weshalb sich Gabriel Oak schon bald darauf im Haus der Tante auf Bathseba wartet, die er noch vor der anstehenden Abreise der jungen Frau heiraten möchte. Doch Bathsheba ist nicht nicht bereit sich an einen Mann zu binden, den sie nicht liebt und zieht einige Monate später nach Weatherbury.

Derweil erleidet Oak den kompletten Existenzverlust, da sein Hund seine Schafe in einem Wahnsinnanfall über die Klippe jagt. Gabriel Oak ist gewzungen seinen ganzen Besitz zu verkaufen und sich eine Arbeit zu suchen. Auf seiner Reise von Casterbridge nach Weatherbury  bemerkt er ein Feuer und kann die umherstehenden Bediensteten zu einer Löschaktion mobilisieren. Beeindruckt von dem jungen Mann, ermuntern die Bewohner ihre Herrin ihn anzustellen. Bei der Hofbesitzerin handelt es sich um Bathsheba, die die Farm ihres Onkel geerbt hat und nun eine wohlhabende Frau ist. Entgegen aller Konventionen hat sie den Verwalter entlassen und führt die Farm selbst.

Währenddessen hat Bathsheba einen neuen Verehrer, den einsamen Junggesellen William Boldwood. Er ist um die vierzig und ein sehr wohlhabender Farmer. Seine Ambitionen hat Bathsheba eher unfreiwillig verursacht, indem sie zusammen mit ihrer lebenslustigen Dienerin als Scherz eine Valentinskarte an Boldwood schickte, versehen mit einem roten Siegel mit der Aufschrift „Marry me“. Boldwood erkennt den Scherz nicht, hält das Ansinnen für Ernst und fängt an, sich für Bathsheba zu interessieren. Kurz darauf macht er ihr einen Heiratsantrag. Obwohl Bathsheba ihn nicht liebt, spielt sie doch mit der Idee, darauf einzugehen, mit Blick auf seinen Wohlstand und seine Reputation. Aber eine endgültige Entscheidung schiebt sie immer wieder hinaus.

Während sie Boldwood noch hinhält, begegnet sie dem charmanten Soldat, Frank Troy, der zur Erntezeit in seine Heimat kommt. Bathseba verliebt sich heftig in den verwegenen Tunichtgut und heiratet ihn nach kurzer Zeit, trotz aller Warnungen ihrer Vertrauten. Was die Verliebte jedoch nicht ahnen kann, sind herannahende Schatten durch eine vorangegangene Liebschaft des Soldaten Troy mit der ehemaligen Angestellten im Hause von Bathseba, der blonden Fanny Robin, ein einfaches Dorfmädchen.

Auf jeden Fall verfliegen die rosa Wolken sehr schnell an Mrs. Troy Liebeshimmel und sie beginnt ihre Ehe schon bald bitter zu bereuen. Wird dieser Fehler ihren Ruin begründen? Während Bathsebas Stern sinkt, hat Gabriel Oak eine richtige Glückssträhne. Seine treue Arbeit wird endlich belohnt und nicht nur bei den Troys, sondern auch bei Nachbar Boldwood darf er den Verwalterposten annehmen. Trotz seines beruflichen Erfolges bleibt er Bathsebas treuer Berater und Freund. Aber wie kann er der unglücklichen Freundin helfen, an der sein Herz noch immer mit großer Liebe hängt?

Dass der Roman von Thomas Hardy nicht nur  seinerzeit Begeisterungsstürme bei erhalten hat, dürfte nicht verwundern. Offen und ungeschminkt beschreibt der Autor die menschlichen Leidenschaften und zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere der Einrichtung Ehe. Ich empfehle es jedem wärmstens als Einstieg in Hardys literarische Arbeiten, da er, anders als Tess, hier noch eine träumerische Wärme für seine Figuren schafft. Man spürt zwar auch immer den tragischen Beigeschmack, den die Figuren Batsheba und Oak am Ende umgeben, aber kann dennoch eine gewisse Beruhigung haben, dass sie weiterleben werden.

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