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The_Devil_Wears_Prada_Poster

Der Teufel trägt Prada ist der Film, den ich anschaue, wenn ich nicht weiß, was ich sonst anschauen soll. Der Film, wenn ich Inspiration in Sachen Fashion brauche. Wenn ich eine Ladung Meryl Streep brauche, wenn ich Stanley Tucci sehen will, wenn ich Karrieretipps brauche und Paris bewundern will.

Und ja, natürlich habe ich auch die Romanvorlage gelesen. Aber das Buch von Lauren Weisberger kommt leider nicht einmal grob an die Leistungen der Darsteller heran. Dieser Film lebt von seinen Schauspielern und natürlich auch von Patricia Field, die sich um alle Stylingfragen kümmerte. Es ist der Film, der zuerst genannt wird, wenn es um einen Job in der Modebranche geht.

Meine Lieblingsfiguren? Nigel und Emily! Nigel und Emily sind großartig. Punkt.

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Nigel sollte ein Vorbild sein, ein Mentor. Für Miranda Priestly ist er einer der wertvollsten Mitarbeiter, denn er ist kreativ, weiß was seine Chefredakteurin will, bringt eigene Ideen mit ein und lässt sich nicht niedermachen. Und: Er hat sich das alles erarbeitet.  Zudem ist Film-Nigel einfach ein netter Mensch. Er nimmt Andy unter seine Fittiche, bringt ihr gleich das passende Schuhwerk, kümmert sich um ihr Umstyling, damit Miranda Andy nicht weiterhin wegen ihres Aussehens verurteilt, sondern nach der Arbeit, die sie verrichtet, beurteilt. Und er hält seinem Schützling den besten Vortrag in Punkto Arbeitsmoral, den ich jemals gehört habe.

Andy, be serious. You are not trying. You are whining. What is it that you want me to say to you, huh? Do you want me to say, „Poor you. Miranda’s picking on you. Poor you. Poor Andy“? Hmm? Wake up, six. She’s just doing her job. Don’t you know that you are working at the place that published some of the greatest artists of the century? Halston, Lagerfeld, de la Renta. And what they did, what they created was greater than art because you live your life in it. Well, not you, obviously, but some people. You think this is just a magazine, hmm? This is not just a magazine. This is a shining beacon of hope for… oh, I don’t know… let’s say a young boy growing up in Rhode Island with six brothers pretending to go to soccer practice when he was really going to sewing class and reading Runway under the covers at night with a flashlight. You have no idea how many legends have walked these halls. And what’s worse, you don’t care. Because this place, where so many people would die to work you only deign to work. And you want to know why she doesn’t kiss you on the forehead and give you a gold star on your homework at the end of the day. Wake up, sweetheart.

Genauso Emily: Emily, die sich von der zweiten zur ersten Assistentin durchgebissen hat, die in ihrem Job wirklich gut macht, wird dann einfach von Andy abgelöst, weil sie – wie jeder normale Mensch, einmal eben nicht 100% sein konnte. Was mich an Andy am meisten aufregt ist der Satz „I didn’t have a choice“. Diese Aussage ist einfach so  grauenvoll, dass ich allein beim Gedanken daran in Rage gerate. Weil es vor allem nicht stimmt. Die einzige Genugtuung? Dass ihr mehrmals auf diesen blöden Satz die richtige Retourkutsche gegeben wird.  Denn diese Ausrede“ ist einfach hirnrissig. Keiner hat sie gezwungen, diesen Job zu übernehmen, keiner hat sie gezwungen, ihn zu behalten. Keiner hat sie gezwungen, ihr Privatleben hinten anzustellen. Sie ist immer noch ein Mensch, der seine eigenen Entscheidungen treffen kann und auch sollte.

Und sie hätte die Wahl gehabt, viel früher alles hinzuwerfen. Nicht erst dann, als ihr klar wurde, dass sie inzwischen ähnliche „skrupellos“ gehandelt hatte wie Miranda. Sie hat all diese Entscheidungen getroffen, weil sie weiterkommen wollte, weil ihre Karriere ihr wichtig war, weil sie es allen beweisen wollte. Und dann zu behaupten, dass sie keine andere Wahl hatte, halte ich für charakterschwach. Und genau aus diesem Grund sehe ich sie nicht als Vorbild an.

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