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Für die meisten meines Alters war wohl „Der Herr der Ringe“ die Einstiegsdroge für Peter Jackson Filme. Und irgendwann meinte mal jemand zu mir:“ Schau dir unbedingt Himmlische Kreaturen an!“ Ich muss sagen: ich hab mich eine ganze Zeit erfolgreich darum gedrückt und jetzt war ich irgendwie in der richtigen Stimmung. Ein Film über eine zerstörerische Freundschaft,  Isolation, Freiheitsdrang und der Amoklauf einer Fantasie.

Christchurch, Neuseeland 1952: Pauline Parker, ein Teenager aus einfachen Verhältnissen, freundet sich mit der gleichaltrigen Juliet Hulme an. Beide erschaffen sich eine perfekte Traumwelt, bestehend aus mittelalterlichen Figuren, eigenen Sprachen, der Musik von Mario Lanza. Das „reale Leben“ scheint ihnen egal zu sein.

Zugleich entfremdet sich Pauline immer mehr von ihrer Mutter, Honora, die versucht Pauline wieder zu bändigen, die zunehmend auf Juliet fixiert ist. Die hypersensible Pauline fasst schließlich den Plan ihre Mutter zu töten um für immer mit Juliet zusammenbleiben zu können.

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In diesem Film finde ich vieles, was ich in jüngeren Filmen vermisst habe: dieser schwarze Humor, eine große Vorstellungskraft und die Handlung, die einen langsam mitreißt, ohne dass man es bemerkt. Ich will keinen Vergleich zu Jacksons anderen Filmen ziehen, auf jeden Einzelnen muss man sich einlassen.

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Heavenly Creatures ist grausam-schön. Der Kontrast zwischen dieser süßen, unschuldigen Mädchenfreundschaft und zugleich der Kälte die beide Mädchen an sich haben.

Kate Winslet kann man sich nach diesem Film kaum als süße Marianne Dashwood oder Rose DeWitt-Bukater vorstellen. Juliet ist irgendwo zwischen „lebhafter Fantasie“ und „widerlich“, sie ist wie eine hübsche Puppe.

Melanie Lynskey, die einen unter den dicken, krausen Haaren meist mit einem stechenden Blick anschaut ist zwischen „zerbrechlich“ und „boshaft“. Dabei kannte ich sie nur als liebe Stiefschwester aus „Auf immer und ewig“.

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Ein fast sanfter Psychothriller der, irgendwo zwischen Idylle und Horror, die banalsten Ursprünge des Bösen aufzeigt: eine lebhafte Fantasie, die äußeren Umstände und ein auslösendes Moment.

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