Schlagwörter

,

41Lg66+xB3L

Mit den Drachenbooten kommt der Tod
Nordengland im Jahre 866: Mit zehn Jahren erlebt der Fürstensohn Uhtred den Einfall der Wikinger. Sein ungestümer Mut in der Schlacht beeindruckt den Anführer der Dänen so sehr, dass er Uhtred verschont und als Ziehkind aufnimmt. Mit den Jahren wird der Junge fast einer von ihnen. Nach Raub- und Eroberungszügen voller Blut und Gewalt droht auch Wessex, das letzte der fünf angelsächsischen Königreiche, an die Eroberer zu fallen. Doch da wechselt Uhtred wieder die Seiten.

Klappentext

Nachdem ich das Hörbuch „Lords of the North“, gelesen von Richard Armitage, gehört hatte war ich dann doch nach mehreren Monaten bereit mich in die Welt von Uthred Ragarson zu begeben.

Was soll ich sagen? Der ein oder andere weiß, dass ich Gesichte studiere und dass ich deswegen bei Historischen Romanen irgendwann extrem pingelig geworden bin. Als Jugendliche habe ich sie wahnsinnig gerne gelesen und nach und nach  eroberten Bücher wie „Die Wanderhure“ den Markt und die Welle der Histotaiment-Romane brach los.  Genau diese Bücher haben mir das lesen von Historischen Themen verleidet, aber man sollte immer eine zweite Chance geben.

Nun also zu diesem Buch. Von Anfang an war ich sehr angetan von dem Erzähler Uthred und seinem schnoddrigen Tonfall, er kommentiert seine Lebensgeschichte nicht mit Pathos und das fand ich sehr gut. Gleichzeit ist der Historische Hintergrund gut recherchiert und der Autor weist selbst auf die drei oder vier Freiheiten hin, die er sich genommen hat, etwas was ich bereits bei Donna Woolfolk Cross‘ „Die Päpstin“ mochte. Unter all den vermeintlichen „Historischen Romanen“ ist das selten, aber gerade dass macht für mich einen guten historischen Roman aus: man recherchiert über die Zeit, die Gegebenheiten und macht eine realistische Welt daraus, nicht nur eine irgendwie historisch anmutende Hintergrundkulisse.

Ein weiterer guter Punkt ist die Art wie Cornwell die Dänen beschreibt, abseits von den Wikingerklischees nähert er sich der Kultur, den Sitten und der Religion an. Was mir eine große Freude bereitet hat, denn Wikinger waren sehr lange ein Stereotyp. Uthred wächst in dieser Kultur seit seinem 10. Lebensjahr auf und fühlt sich dort wohler als in dem christlichen  Umfeld aus dem er ursprünglich stammt. Seine Haltung dazu ist auch durchaus verständlich dargelegt, denn in einer Welt die von Krieg und Kleinkönigen geprägt ist, scheint die christliche Religion ja nun nicht gerade hilfreich zu sein, im Vergleich zu den altnordischen Göttern wie Odin, Thor und Freya.

Alles in allem war ich beim lesen sehr angetan, der Stil ist flüssig lässt einen mitfiebern. Allerdings bin ich noch nicht sicher ob ich die Folgebände auch lesen werde.

Werbeanzeigen