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So, die liebe Tinka hat mich ausersehen, dass ich meine Top 10 Sommerbücher aufliste. Danke dafür!

Sommer und Lesen ist so eine Sache für sich – für schwere Kost ist kein Platz, man genießt die Wärme (von Hitzewellen ganz zu schweigen) und was lesen wir dann? Ich habe also hier zusammengestellt an Neuerscheinungen, persönlichen Lieblingen die ich immer wieder zur Hand nehme und ein paar älteren Exemplaren:

10Sommerbücher

  • Lieber jetzt als irgendwann – Lauren Graham

Eine Geschichte über den Versuch der Franny Banks im New York der 1990er Schauspielerin zu werden.  Die Rezension dazu gibt es hier

  • Ein wunderbares Jahr

Ein Roman auf deren Verlegung sich der Blanvalet Verlag spezialisiert hat. Das Cover allein ist den Kauf wert. Eine Sommergeschichte durch und durch:

Georgia Ford steht kurz davor, den Mann ihrer Träume zu heiraten. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Bis ihre Welt plötzlich zerbricht – ausgerechnet in dem Moment, in dem sie ihr Brautkleid anprobiert. Kurzentschlossen steigt Giorgia in ihr Auto und fährt an den einen Ort, an dem sie sich geborgen fühlt: auf das Weingut ihrer Familie im Hinterland Kaliforniens. Doch dort schmieden Giorgias Eltern abwegige Zukunftspläne, die ihren Weinberg bedrohen. Giorgia muss um die heile Welt ihrer Kindheit kämpfen – und entdeckt dabei, dass sich das Glück manchmal dort versteckt, wo man es schon lange nicht mehr gesucht hat …

  • Solang am Himmel Sterne stehen – Kirstin Hamel

Man mische Kitsch, eine Liebesgeschichte im zweiten Weltkrieg, weltfremde Protagonisten am malerischen Cape Cod:

Es geht um Hope, die am Cape Cod die Familienbäckerei führt, ihre pubertierende Tochter Annie und Hopes Großmutter Rose, die an Alzheimer erkrankt ist und in einem lichten Moment Hope eine Liste mit Namen gibt. Sie bittet ihre Enkelin nach Paris zu fliegen, wo ein Familiengeheimnis aufgedeckt und die ganze Identität der Familie, beruhend auf den Ereignissen des 2. Weltkrieges, auf den Kopf gestellt wird.

Will man also ein richtig schönes Märchen erleben, dass irgendwo in einer Wlet spielt die unsere sein soll – dann ist das genau das richtige. Ich habe es beim lesen einfach genossen. Noch dazu dass man alle Rezepte der Bäckerei mitgeliefert bekommt und nachbacken kann.

Kirstin Hamels zweites Buch: Über uns der Himmel findet ihr hier.

  • Sommer. Eine Liebesgeschichte – Edith Wharton

Ich lese in letzter Zeit viel amerikanische Literatur und irgendwann landet man bei den älteren Literaten. Es ist Sommer in North Dormer, Neuengland. In diesem winzigen, gottverlassenen Kaff lebt die junge Charity Royall im Hause ihres Vormundes, des alten Anwaltes Royall. Sie ist die Bibliothekarin des Ortes, eine ihr verhaßte Arbeit, da kaum jemand die wenigen schäbigen Bände je ausleiht. Das Erscheinen des jungen Architekten Harney, auf der Suche nach historischen Gebäuden der Gegend, bietet Charitys armseligem Leben schlagartig eine Aussicht.

Die ganze Rezension findet ihr hier.

  • Ein Sommer aus Stahl – Sylvia Avallone

Italien in den 2000ern, es ist Sommer und heiß in der kleinen Küstenstadt Piombino. Vom Strand aus kann man die Insel Elba sehen. Geprägt ist das Leben von Arbeit im Stahlwerk, Frust, der Gewalt und verkrusteten Strukturen, denen die zwei dreizehnjährigen Freundinnen Francesca und Anna zu entfliehen versuchen. Die Freundschaft bekommt einen harten Knacks als frühreife Anna eine Beziehung mit dem Kleinkriminellen Mattia eingeht und Francesca auf Abwege gerät.

  • Zusammen ist man weniger allein – Ana Gavalda

Die eigenartigste Wohngemeinschaft die ich je getroffen habe: die magersüchtige Künstlerin und Putzkraft Camille (26), der ständig auf Hochtouren lebende Koch Franck (34), seine eigensinnige Oma Paulette (83), die nicht ins Altersheim will und der stotternde, verarmte, adelige Postkartenverkäufer Philibert (36) auf einer dreihundert Quadratmeter großen Wohnung im Schatten des Eifelturms. Und ein Hauch Pariser Melancholie.

  • Sommer der Blaubeeren – Mary Sismes

Kurz vor ihrer Hochzeit fährt die New Yorker Anwältin Ellen Branford in den abgelegenen Küstenort Beacon, um den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie soll einen Brief überbringen und hofft, die Angelegenheit schnell erledigen zu können. Doch schon bald ahnt sie, dass sich dahinter viel mehr verbirgt. Denn inmitten von Blaubeerfeldern wartet eine alte Geschichte von Liebe und verlorenen Träumen auf Ellen.

Fluffig, leicht wie ein Blaubeermuffin. Es ist einer dieser Sommerromane die man liest und hinterher wieder vergisst – es sei denn man will die Blaubeermuffins nachbacken.

  • Deine Juliet – Mary Ann Shaffer / Annie Barrows

Großbritannien, ein Jahr nach Ende des zweiten Weltkrieges. Die Journalistin und Jungautorin Juliet Ashton erhält den Brief des Farmers Dawsey Adams von der Insel Guernsey. Er hat ein Buch gekauft, das vorher Juliet gehört hat und in dem ihr Name und ihre Adresse stand. Es entwickelt sich eine Brieffreundschaft, durch die Juliet vom Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf erfährt. Nach und nach schrieben ihr die anderen Mitglieder, bis Juliet schließlich nach Guernsey reist.

Ein schöner Briefroman, jede einzelne Figur bekommt ihren eigenen Stil, ihre Ausdrucksweise und die Geschichte ist sehr angenehm durchdacht.

  • Der Kirschgarten – Anton Tschechow

Ab und an muss es auch ein Theaterstück sein, und neben Shakespeare ist Anton Tschechow der am meisten gespielte Autor. Im Zentrum des Geschehens steht der 22. August, also der Tag, an dem der Kirschgarten versteigert werden soll. Wie ein Damoklesschwert hängen die Frist bis dahin und die Schulden über dem Figuren. Immerhin hängt ihr weiteres Leben vom Kirschgarten und dem Gut ab. Andrejewna Ranjewskaja, die Gutsbesitzerin, ist erst vor kurzem aus Paris zurückgekehrt. Sie hat ihren Sohn verloren, ihr Geliebter in Paris hat sie ausgenommen, und mit ihrem Bruder hat sie alles Geld verprasst. Ihre Tochter Anja, genauso wie ihre Pflegetochter Warja und Charlotta, die Erzieherin, sind alle vom Gut abhängig. Der alte Diener Firs sowieso.

Für die Dame des Hauses ist der Kirschgarten Symbol für eine unschuldige, reine Jugend. Er ist der Inbegriff des Paradieses und des Glaubens daran, dass alles gut wird. Doch sie lebt in einer wirklichkeitsfremden Welt, schwelgt in Kindheitserinnerungen und gibt Feste; für die Rettung des Gartens und des Guts tut sie nichts. Für Lopachin, den neureichen Kaufmann ist der Garten ein reines Spekulationsobjekt. Am Ende wird er ihn ersteigern, die Bäume fällen und Ferienparzellen errichten lassen.

  • Seide – Alessandro Baricco

1861: Der französische Seidenhändler Hervé Joncour ist glücklich mit Hélène verheiratet und in wenigen Monaten des Jahres damit beschäftigt in der Welt herumzureisen und gesunde Seidenraupeneier nach Frankreich zu bringen. Da die Nosemaseuche auch nach Afrika gelangt ist, ist er gezwungen sich auf eine waghalsige Reise nach Japan zu begeben. Die Geschäfte mit dem reichen japanischen Händler Hara Kei laufen, trotz anfänglicher Skepsis und Misstrauen, gut. Und dann passiert, was die Geschichte und das Leben des Hervé Joncour fortan bestimmen soll: er blickt in die Augen einer jungen Frau, die zuvor zu Füßen Hara Keis lag. Hervé Joncour muss zurückreisen, um die Raupeneier heil nach Lavilledieu zu bringen, einen Teil seines Herzens lässt er jedoch in Japan. Zwar liebt er seine Frau, doch ist die Sehnsucht nach der Unbekannten (nie hat er ihre Stimme hören können) so groß, dass er wieder und wieder nach Japan aufbricht.

Das Glück ist wie Seide: Kostbar und schwer zu bekommen. Vordergründig eine Geschichte über Frankreich, Japan und die Seide, dann aber eine Geschichte über das Unterwegssein, innerlich wie äußerlich, eine Geschichte über die vielen Facetten von Liebe: Leidenschaft, Treue, Geborgenheit, aber auch Moral, Ausbruch, Flucht und die Kämpfe mit all diesen Gefühlen.

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