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Das nächste vorgenommene Buch – ein Buch umw as ich schon sehr lange herumgeschlichen bin und mich immer wieder vorsichtig weiter tasten musste.

Die Geschichte ist so einfach wie besonders: Die britische BBC Journalistin Bee Rowlatt kommtdurch eine Recherche  für einen Beitrag bei BBC World mit der irakischen Akademikerin May Witwit in E-Mail-Kontakt. Dieser wird zu einem mehrere Jahre dauernden, sehr intensiven Austausch anfangs noch im höflichen Smalltalk und später immer intimerer Gedanken.

Das Leben May Witwits könnte sich von dem Bee Rowlatts nicht drastischer unterscheiden: Der permanente Krieg, das Blutvergießen und der Kampf gegen Partriachat mit den überkommenen traditionellen Vorstellungen fordern  die ganze Kraft von der Professorin für Englisch.

Dazu in Kontrast steht das Leben Bee Rowlatts:  mit, zwei kleinen Kindern, Mann, Job und Haushalt in Nordlondon. Gerade deswegen werden diese alltäglichen Schilderungen der Strohhalm an den sich May Witwit klammert um die zunehmende Eskalation ihrer Umgebung zu ertragen.

Das Buch gliedert sich chronologisch in die E-Mails von 2005 bis 2008. Man erlebt die Entwicklung von einem E-Mailkontakt hin zu einer Freundschaft, die keine religiösen oder kulturellen Unterschiede voraussetzt. Man erlebt aber auch den krassen Kontrast zwischen der heilen „westlichen“ Welt und dem Krieg im Irak.

Eine eindeutige Leseempfehlung. Es ist nicht nur die moderne Form der Brieffreundschaft oder ein Beweis, dass jede Kultur Brücken schlagen kann. Vor allem ist es ein großartiger Appell daran, dass man für die Folgen des Nahen Osten Verantwortung übernimmt und hinter jedem einzelnen Flüchtling ein Schicksal steht.

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