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Über das Erwachsenwerden, die Liebe zur Musik und eine wunderbare Freundschaft.
An ihrer Schule in der schwedischen Provinz wird Steffi gemobbt. Dem Alltag entflieht die talentierte Fünfzehnjährige, indem sie Musik macht und hört. Am liebsten Swing und Jazz. Als ihr i-Pod eines Tages den Geist aufgibt, reißt die Musik nicht ab. Sie dringt aus dem Fenster eines Altenheims. Und der alte Mann, der dort wohnt, lädt Steffi zu sich ein.
Schnell stellt sich heraus, dass Alvar Steffis musikalische Helden persönlich kannte. Denn er war selbst ein erfolgreicher Bassist im Stockholm der Swinging Fourties. Während sie gemeinsam seinen alten Platten auf dem Grammophon lauschen, entwickelt sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft. Steffi erzählt dem alten Herrn von ihren Problemen, Alvar ihr im Gegenzug die Geschichte seiner großen Liebe. Für beide ist es eine Auseinandersetzung mit tiefsten Gefühlen und Verletzungen. Und eine Chance auf die Zukunft.

Es gibt solche Bücher, die man schon allein aufgrund der Umschlaggestaltung haben will. So ging es mir mit diesem Buch. Liebe auf den ersten Blick.

Die Handlung befasst sich mit einem Thema, das mehr Menschen kennen, als man annimmt: Man passt nicht dazu. Steffi ist eine 15-Jährige, die für ihre Klassenkameraden ein „Fremdkörper“ ist, jemand der nicht in das feste Gefüge der Klassenhierarchie passt und deswegen permanent Anfeindungen ausgesetzt ist. Diesem Leben entflieht sie in die Welt der Musik, genauer gesagt der des Jazz durch Musiker wie Povel Ramel. Und lernt den rüstigen 80-jährigen Alvar „Küken“ Svensson kennen – der selbst in den 40er Jahren in Stockholm in die Welt des Jazz fand. Und ihr seine Geschichte erzählt.

Die Geschichte ist warm und herzlich geschrieben. Und viele die es lesen, werden diese Geschichte, wie sie Steffi passiert an sich vermutlich auch wiedererkennen. Es ist eine Geschichte über „Außenseiter“, wie sie in milliardenfach geschehen und der Grundton ist immer der gleiche: diejenigen die  nicht in das Schema passen sind auszugrenzen und nieder zu knüppeln, weil es in das „So hat es zu sein“ nicht gehört.  Während Alvar in den 40ern mit dem gesellschaftlichen Widerstand zu kämpfen hat, ist es bei Steffi die Schulklasse.

Gleichzeitig existiert da aber auch eine andere Welt für die Beiden: die des Jazz. Ihr persönlicher „glücklicher Ort“ aus Musik und Gefühlen. Der Ort der echter ist, als  das Leben im kleinstädtischen Björke.

Das Buch verpackt eine tröstliche Botschaft: da draußen sind mehr Welten, als nur die in der man gerade ist und irgendwann kommt man dorthin, wo es sich richtig anfühlt.

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