Z- The Beginning of Everything, 2016

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„I love her and it is the beginning of everything“ – F. Scott Fitzgerald

Ich muss ein Geständnis ablegen: Ich bin verliebt in zwei Verrückte die in Abendgarderobe  mitten in der Nacht auf der Fifth Avenuve Champagnerflaschen die Straße herunterrollen ließen, die auf der Motorhaube eines Taxis fuhren und in Hoteldrehtüren Karussell. Francis Scott Fitzgerald und seine Frau Zelda. Mit dem gleichen Maß wie Bücher über Makrobiotisches Essen, Glückversprechen durch Minimalismus und Moral an Zulauf haben, bestehe ich, wie in Tender is the night auf „gar gekocht in Veuve Clicquote!“.  Mit Z- The Beginning of Everything soll es genau darum gehen.

Zelda

Champagner, Jazz und wilde Parties! Als unwiderstehliche, kluge und lebenshungrige junge Frau ist Zelda Fitzgerald jener Funken, der das kreative Potential des literarischen Genies F. Scott Fitzgeralds entzünden wird. Als ausschweifende Liebesgeschichte, die den Keim tragischen Scheiterns von Beginn an in sich trägt, als leinwandreifes Historiendrama voller Opulenz, als extravagante Lebensbeichte einer kulturellen Ikone, die im Rausch der zwanziger Jahre unsterblich wird, entführt die bahnbrechende Serie in eine faszinierende Ära, deren Echo bis heute nachhallt.

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Zelda ist achtzehn und lebt ein zutiefst bürgerliches Leben in Montgomery, Alabama: ein strenger Vater, der Richter ist, eine Mutter und zwei Schwestern. Der Vater erwartet von seiner bereits erwachsenen Tochter, dass diese endlich einen passenden Mann findet. Reich, aus guter Familie und mit besten Umgangsformen. Zelda allerdings geht Tanzen, küsst Soldaten und feiert gerne.  Sie verdreht jedem Mann in der Stadt den Kopf, doch von Liebe und sich fest binden, davon hält sie nicht viel – dann begegnet sie Scott – sie weiß es vom ersten Moment an, dass ist der Mann ihres Lebens.

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Da ist dieser Mensch, den man so abgöttisch glaubt zu lieben – doch wenn man genau hinsieht, ist dieser Mensch Gift für einen. Hierfür muss man keine Hollywood Star oder Autor sein, diese Story ist für alle nachvollziehbar.

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Der Richter ist natürlich nicht gerade begeistert: ein Künstler, das hat dem resoluten Paterfamilias  noch gefehlt. Doch Zelda findet genau das so wahnsinnig toll. Sie heiratet ihn, er wird über Nacht berühmt, da sich sein erster Roman sehr erfolgreich verkauft – sie ziehen nach New York – es hagelt eine Party nach der anderen – ein Leben in „Sünde“ für Zeldas Familie.

Die Liebe der beiden scheint anfänglich stark – doch beide haben einen großen Feind namens Alkohol, dieser Feind begleitet beide täglich und der Erfolg des jungen Autors scheint zu bröckeln. Der Gin ist bald nicht mehr das  Accessoire zum Schaumbad, aus dem Glas wird  die Flasche. Und auch, wenn sein zunehmender Alkoholismus der Überlieferung entspricht, ist die eindimensionale Darstellung eines der einflussreichsten Schriftstellers des 20. Jahrhunderts als cholerischer Trinker schlichtweg stupide und langweilig.

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Zelda ist im Grunde die Heldin, sie liefert den Stoff für seine Romane und Geschichten. Soweit so gut und dass er Passagen direkt aus ihren Tagebüchern und Briefen übernahm stimmt, aber dass sie nun der verkannte schriftstellerische Genius ist. Das geht doch ein wenig arg weit. Sie bekommt sogar Angebote von den größten Filmstudios, was dem aufstrebenden Schriftsteller nicht besonders gut gefällt – wollte er doch der Star und Ernährer der Familie sein. Neid und Eifersucht machen sich breit.

Auf der einen Seite war ich hellauf begeistert, dass man versuchte die Fitzgeralds mal nicht als dieses romantische Flapper-Glamour-Paar zu zeigen, auf der anderen Seite – die GEschichte lässt sich zu viel Zeit oder hat zu wenig Folgen.1200

Welche Bedeutung Zelda Fitzgerald haben könnte, in feministischer, literarischer oder in irgendeiner anderen Hinsicht, weiß man nach den zehn Folgen noch immer nicht.

Stoff für eine mögliche Fortsetzung gibt es allerdings noch genug: Zum Ende der ersten Staffel haben es die Fitzgeralds noch nicht einmal an die französische Riviera geschafft, geschweige denn nach Paris, die Tochter Scottie ist noch nicht geboren.

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Zeldas Klinikaufenthalte, die diagnostizierte Schizophrenie, die Veröffentlichung ihres ersten und einzigen Romans, die zunehmende Unterdrückung und Zensur durch Scott, dessen Verpflichtungen als Drehbuchautor bei MGM – all das wären Momente, um sich dieser Person anzunähern.

 

 

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Io sono l’amore, 2009

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Ganz klar, Luca Guadagninos „Io sono l’amore“ ist ein Film, der polarisiert, die einen lieben ihn, die anderen wenden sich angewidert ab. Doch wenn man sich darauf einlässt und ein Faible für Kunst und Kunstfilme im Allgemeinen und Architektur, Mode, Fotografie und Musik im Speziellen hat, bietet dieser Film ein ungemein sinnliches und opulentes Erlebnis, das man so nicht alle Tage vorfindet.

„IIo sono L’amore“ besticht vor allem durch seine kunstvolle und durchgestylte Machart, bei der die außergewöhnliche Kameraarbeit, die wunderschöne Szenerie Mailands und San Remos, die  Kostümei und die überlebensgroße, enorm theatralische Musik besonders herausstechen.

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Von der ersten bis zur letzten Sekunde ist „Io sono l ‚ amore“ ein höchst sinnlicher audiovisueller Genuss, in dessen Zentrum Tilda Swinton steht. Sie spielt die Matriarchin Emma in einer Mailänder Industriellen-Familie, hat zwei erwachsene Söhne und eine Tochter und ist gefangen in einem strikt organisierten Leben, das scheinbar ausschließlich von familiären Pflichten, Regeln und ehrfürchtiger Loyalität zu ihrem Ehemann bestimmt ist. Dieses Gefüge gerät ins Wanken, als sie auf Antonio, ein Freund und Geschäftspartner ihres Sohnes Eduardo trifft, mit dem sie eine heftige und lustvolle Affäre eingeht.

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Im Grunde ist die Handlung des Films  eine Art Hommage an das klassische Melodram, das Regisseure wie Douglas Sirk oder Luciano Visconti geprägt haben. Swinton gibt alles in ihrer Rolle und ihre Darstellung berührt oft in aufrichtiger Weise, doch meistens baut der Stil des Films eine gewisse Distanz auf und die meisten Charaktere bleiben recht unterentwickelt. Es ist Swintons Film und man braucht eine Zeit, bis man unter ihre spröde Fassade blicken kann.

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Die Sinnlichkeit bezieht der Film hauptsächlich aus seinen visuellen Reizen, man bekommt regelrecht Lust nach Italien zu reisen, Museen zu besuchen, sich der Kultur, dem Essen oder außergewöhnlicher Mode zu widmen. Man bekommt einen sehr guten Eindruck, wie die Familie organisiert ist, besonders in der Eröffnungsszene, in der eine Geburtstagsfeier für den Familien-Patriarch vorbereitet und gefeiert wird.

Der Film hat seine Längen und in der letzten halben Stunde trägt der Film dann etwas zu dick auf, auch wenn die letzten Momente wirklich atemberaubend sind.

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Wer auf diese Art von Film steht, wird hier ein fest erleben, dass er so schnell nicht vergessen wird.

Midnight in Paris, 2011

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Paris ist seine eigene Kunstform. In dem kalten, grausamen, sinnlosen Universum existiert Paris, dessen Lichter man sogar vom Weltall aus siehtmidnight-in-paris-community

Gil Pender ist ein erfolgreicher Drehbuchautor, der in Paris versucht, sein erstes Buch zu vollenden: Er will endlich etwas von bleibendem literarischen Wert schaffen. Allerdings leidet er akut an einer Schreibblockade, da er tagsüber mit seiner Verlobten Inez und deren angeberischen College-Freund Paul auf touristischen Pfaden wandelt und die Abende mit ihren versnobbten Eltern verbringen muss, die nicht unbedingt begeistert von ihrem Schwiegersohn in spe sind.

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Als Gil es eines Abends vorzieht, allein durch die malerischen Straßen Paris’ zu spazieren anstatt mit Inez und Paul tanzen zu gehen, passiert etwas Magisches: Genau um Mitternacht fährt eine alte Limousine vor, deren Insassen ihn vergnügt auffordern einzusteigen. Spontan lässt sich Gil auf das Abenteuer ein, das ihn auf wundersame Weise ins Paris der 20er Jahre führt, wo er F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Cole Porter und andere Künstlergrößen der amerikanischen Moderne trifft.

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Nostalgie… Ja dieser Film ist eine große Hommage an die „Früher war alles besser“-Sehnsucht, die jeder von uns kennt. “Nostalgia is denial, denial of the painful present”

Da er wenig wirkliche Handlung hat, lebt er durch die Begegnungen Gils mit den von ihm so sehr bewunderten Künstlern des Paris der Zwanziger. Damals als Kunst und Literatur noch Lebendig waren. Der Film schwelgt in der Golden Age und die Frage welche Dekade besser war.

Für Gil ist es das Paris der 20er, wo Zelda und Scott Fitzgerald, der Berserker Ernest Hemingway, die legendäre Gertrude Stein und andere wandelnden. Ich glaube mal, dass niemand von der Sehnsucht frei ist in einer anderen Zeit leben zu wollen. Für Gil ist der Alltag anstrengend und die Nächte von Paris erschafft die glamouröse Welt der 1920er der Stoff ist, aus der die Träume sind. Die Gegenwart ist langweilig und die 20er spannend: Charleston, Alkohol, das Bummeln durch die kleinen Cafés und Boulevards, Gespräche über Kunst und Literatur. Und eine nicht endende Party

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Gils Begeisterung über diese Begegnungen, die Art wie er sich in dieses Abenteuer stürzt und versucht, dieses Erlebnis auch mit seiner Verlobten zu teilen, macht ihn einfach sehr liebenswert. Im Grunde genommen ist er der Fanboy, der irgendwo in jedem von uns für irgendeine Dekade schlummert, aber von vielen nicht ernst genommen wird.

Die Idee zu dieser Geschichte, eine Zeitreise in die Vergangenheit, ist ja generell nichts gänzlich Neues, aber es ist eine wunderbare Umsetzung.

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Die Nächte verbringt er in der anregenden Gesellschaft der Künstler der Zwanziger, tagsüber muss er sich allerdings mit den deutlich weniger interessanten Freunden und Verwandten seiner Verlobten herumplagen, denen er sich mehr entfremdet. Der erfolgreiche Paul, der Gils Verlobte Inez wegen seines scheinbaren allumfassenden (Halb)Wissens mehr als ein wenig beeindruckt, stellt hier einen klaren Kontrast zu Gils natürlicher Art dar. Langsam aber sicher krempeln Gils Ausflüge in die Vergangenheit auch sein Leben in der Neuzeit um.

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Ich denke, dies ist mit Sicherheit ein Film, der die Meinungen entzweit. Er hat wenig Handlung und lebt von den Personen und den Gesprächen, sowie von der wunderschön in Szene gesetzten Kulisse der Stadt. Jeder Zuschauer, der auf der Suche nach Action ist, wird vermutlich einschlafen, jeder, der mit der Lost Generation der Zwanziger nicht so vertraut ist, kann ihn nett finden, wird aber vermutlich nur bedingt etwas davon haben, wenn ihm die ganzen auftretenden Personen nichts sagen. Wer sich mit der Zeit und den Personen allerdings schon einmal befasst hat, wird seine Freude an diesem Film haben und seinen Witz und auch seine etwas ernstere Seite genießen können.
Ein guter Einstieg in diesen Film und zum Reinschnuppern in die Zeit, dürfte Hemmingsways Buch „Paris-ein Fest fürs Leben“ sein.

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Geliebt im Juni

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Eine meiner Guilty Pleasures: ich liebe Monatsfavoriten. Und dachte: ich probiere doch mal aus, wie es ankommt. Hier gibt es dann eine buntere Mischung, was ich so im Monat toll finde!

Aquarellkasten von Windsor & Newton: sieht er nicht schnieke aus? Ich musste ihn einfach haben. Praktisch für in die Tasche, wenn ich zum Malen raus gehe, mit allen notwendigen Farben – außer Schwarz.  Leider ist er noch nicht so oft zum Einsatz gekommen wie gewünscht.

High-Rise von J.G Ballard: Nach dem Film musste ich dann doch auch mal das Buch lesen. Enttäuscht war ich nicht, teils war es sogar noch verstörend-faszinierender als der Film. Vor allem Laing und die Sache mit dem Morphium.

Vivienne Westwood von Vivienne Westwood/Ian Kelly: die authorisierte Biographie der Mother of Punk ; der Autor begleitete Dame Westwood mehrere Jahre und führte viele Gespräche, so dass ein sehr detailliertes Bild mit Schwerpunkt auf den frühen Jahren entsteht. Eine faszinierende Person:  Ikone, Mutter, Großmutter, Aktivistin, Designerin – eine lebende Legende

Hank Williams: Bedanken Sie sich bei Mr. Hiddleston! Danke dem Biopic I saw the light kam ich auf die grandiose Schnappsidee mir eine CD zu kaufen und seitdem läuft sie in meinem Auto auf dem Weg zur Uni. So langsam kristallisieren sich auch lieblingslieder raus: Manison on the Hill, Lovesick Blues, Honky Tonkin‘, Mind your own Buisness.

I am Love – Review folgt, aber es war in jedem Fall mein visuelles, akustisches Highlight im Bezug auf Filme in diesem Monat. Tilda Swinton – Jedes Argument ist zwecklos.

Tea bedause it’s like a Hug in a mug – Diese Tasse! Das schrecklichste was in diesem Falle passieren könnte wäre, kein Tee im Haus.

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Mein Liebster Award – Danke Schön!

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Ui, ich wurde nominiert . vielen, lieben Dank an Sue von I’m feeling this dafür. Die Regeln sind klar:

  1. Thank the person who nominated you and link their blog into your post.
  2. Answer 11 questions which you have been asked by the nominating blogger.
  3. Nominate 5 to 11 other bloggers who have fewer than 1,000 followers.
  4. Add a new list of 11 questions for the nominated bloggers.
  5. Paste these rules into your post.
  6. Make sure your nominees know about your post and their nomination.

MY LIST OF 11 QUESTIONS: (Some borrowed from Esther and some new questions)

  1. What is the best movie you have seen in the past year?
    1. Easy. The best movie I’ve watched last year was Jim Jarmuschs Only Lovers left alive, 2013. I war hingerissen von diesem Bohemepärchen Adam & Eve, von dem beißenden Humor, der wehmütigen Homage an das analoge Zeitalter
  2. What is the most memorable live theatre and/or concert experience you’ve had in the past year?
    1. Hm  ja…Letztes Jahr war ich überraschender Weise nur auf einem Konzert von Sunrise Avenuve und dazu die aussage von Samu Haber: „Ich haber versprochen zu duschen… also mit Duschgel!“ (ja Kernseife  tut es auch!)
  3. What is the best book you’ve read in the past year?
    1. Fjodor Dostojewsky- Weiße Nächte
  4. What is your favourite photo of the past week on your mobile phone and are you willing to share it?
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  5. What is your favourite photo ever of your favourite actor or actress?
    1. Diese Diashow benötigt JavaScript.

  6. What songs are at the top of your playlist right now?
    1. Peng!- Bela B & Smokestak Lighting feat. Peta Devlin
    2. Whisky Lullaby- Brad Paisly & Allison Kraus
    3. Dark History Waltz – Brian Keane
    4. Lavender’s Blue – Cinderella Movie SOundtrack
    5. Do you love me – The Contours
    6. Arabesque No.1 – Debussy
    7. La fille auxcheveux de lin . Debussy
    8. Shake it yout – Florence + the Machine
    9. All this and Heaven too – Florence + the Machine
    10. Third Eye – Florence + the Machine
    11. I will be – Florence + the Machine
    12. Stand by me – Florence + the Machine
    13. Too much is never enough – Florence + the Machine
    14. Everyday is like sunday – Morrissey
    15. Sonne – Rammstein
    16. William, it was really nothing – The Smiths
    17. Nowhere fast – The Smiths
    18. Panic – The Smiths
    19. Du riechst so gut -Rammstein
    20. Anthem – Tommy Körberg (Chess)
  7. What is the most recent TV show that you binge-watched?
    1. The Handmaid’s Tale
  8. What time of day do you usually write and/or blog and why?
    1. Meistens am späten Nachmittag oder Abend um am Folgetag zu posten.  Am Abend bin ich flüssiger im Texte schreiben um am Folgetag gut korrigieren zu können. Plus das ich für die einzelnen Filme/Serien screenshots mache. Bei strickarbeiten ist es anders. Da stapeln sich bilder teils bis zu dem Moment bis es fertig ist – so langsam sollte ich mir aber auch mal wen suchen,d er mir beim Bilder machen hilft, sobald es um Strickwaren und genähtes geht .
  9. Does your avatar have special significance and if so, what is that significance?
    1. Ich mag vintage und retro – allerdings sind rote Lippen und stark geschminkte Augen wie in den 40er Jahren auch meine Alltagsschminke
  10. In your real life, how open are you about the fact that you have a blog?
    1. Freunde wissen es, ich bin auf Social Media verlinkt – wer also mitlesen und kommentieren will, kann das immer gerne tun!
  11. What are the boundaries for you in terms of how much of your real life you share on your blog?
    1. Ich war nie ein Freund von „Real Life“ formaten – Privat heißt Privat. Persönliche Belange würde ich auf meinem Blog nicht teilen. Da ich auch kein Lifestyleblogger bin muss ich auch kein stylishes Leben nah aus repräsentieren.
  12. Vielen Dank, dass ich mitmachen durfte. Nominieren werde ich allerdings niemanden speziell. Wer gerne die Fragen beantworten will: Feel free to do so!

I saw the light, 2015

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Bei amerikanischem Country fällt mir eigentlich nur Johnny Cash ein. Was so viel heißt wie:  Im Grunde habe ich keine Ahnung von der Musikrichtung – man möge es mir verzeihen.

Als dann „I saw the light“ rauskam, hat es mich auch erst mal nicht interessiert, aber dann habe ich mir gesagt: „Komm – nachdem du bei Hiddleston schon ewig gebraucht hast den Loki  an zu schauen, gib dir’n Ruck“. Und dann nachdem ich erst mal das allwissende Google Orakel befragte:  „Wer ist Hank Williams… Countrysänger… öhm… Das wird sicher >interessant<.“

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Der Film erzählt  die 9 Jahre  von Hank Williams, in denen er zu einem der einflussreichsten Komponisten und beliebtesten Musiker der USA wurde. Der Film folgt seiner steilen Karriere und den tragischen Folgen: Während sich der Erfolg als Sänger einstellt, leidet Hanks Privatleben unter seiner Alkohol- und Drogensucht. Seine Gesundheit verschlechtert sich und er stirbt mit 29 Jahren.

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Der Fokus liegt ganz auf Williams und Tom Hiddleston gelingt es den Sänger/Komponisten überzeugend darzustellen und den Südstaatenakzent zu treffen.
Umgehauen hat mich die Tatsache, dass er alle Lieder selbst eingesungen hat – okay wenn es um das Halten der hohen Töne geht, merkt man es schon ab und an aber ansonsten, konnte ich mich nicht beschweren, es wirkt auch wiederum etwas authentischer. Auch die Darstellung von Elizabeth Olsen als Audrey Williams war sehenswert. Audrey ist ebenfalls Sängerin, mit weniger Talent als ihr Mann, dafür aber mit dem nötigen Geschäftssinn. Die übrigen Figuren bleiben leider etwas blass.

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Es gibt einige Längen in diesem Film, doch im Ganzen überzeugt die Qualität der Darstellung. Ich musste mir beim anschauen ab und zu auch bewusst machen, dass dieser Film für den amerikanischen Filmmarkt und für Fans des Sängers/Genres gemacht wurde, die sicherlich viele der Andeutungen besser zuordnen können. Vielleicht hätte ich erst einmal eine Dokumentation sehen sollen.

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Was Austattung, Kleidung, Fahrzeuge und Set betrifft gibt es wirklich nichts zu meckern – manchmal schon fast auch zu hochglanzmäßig, aber bei den glänzenden Retroautos werd eich mich sicher nicht beschweren. Hört man einmal in die Originalfassung hinein, frappiert der Südstaatenakzent von Tom Hiddleston – er trifft diese langgezogene Aussprache Williams‘ sehr genau.

Im übrigen hat er für einen Ohrwurm gesorgt, den ich zwei Wochen nicht losgeworden bin:

Kurzmitteilung

Deep Blue Sea, 2011

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Hätte mir vorher jemand sagen können, was das irritierende am Erwachsensein ist?!
1. Es wird schwerer Beeindruckt zu werden.
2. Ich erwarte wenig bis nichts.
Ich merke es aktuell überall und das schafft Langeweile. Und Langeweile ist das schlimmste. Das dumpfe, bittere Gefühl der Bedeutungslosigkeit, als ob man dauernd auf einen kleinen Punkt an der Wand starrt, während der Verstand nach und nach Blank wird. Tödliche Langeweile ist wohl am Schlimmsten.
Und genau in dieser Stimmung habe ich in blindem Aktionismus, nur um irgendwie zu entkommen, nach neuen Geschichten gesucht. Und dabei tauchte The Deep Blue Sea auf.

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Hester Collyer führt mit ihrem Mann, dem Richter Sir William Collyer, eine Ehe im Nachkriegs-London. Privilegiert und im Wohlstand zwar,jedoch starr und unbeweglich. Eines Tages begegnet ihr der jüngere, ehemalige RAF-Pilot Freddie Page und Hester verliebt sich. Sie folgt ihm, ohne an die Konsequenzen zu denken. Doch selbst an Freddies Seite findet sie nicht das Glück, das sie sich erhoffte. Und so vergeht das vermeintliche Glück zu schnell und zu schmerzhaft.

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Dieser Film lässt niemanden, der sich darauf einlässt, kalt. Dies ist dem hervorragenden Spiel der drei Hauptdarsteller zu verdanken. Hester besitzt eine glühende Intensität, der man sich nicht entziehen kann. Sie berührt ohne große Gesten und bricht einem das Herz ganz behutsam.

TheDeepBlueSea05Ihr junger Liebhaber Freddie, jugendlich, überschwänglich, aber zugleich hat er den Krieg nie hinter sich gelassen. Erstarrt und in der Hoffnung, dass diese Beziehung ihn wieder lebendig werden lässt.

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Hesters Ehemann, Sir William,  ist ein desillusionierter Mann, der die Liebe seiner jüngeren Frau verliert und dennoch nie aufhört, sie zu lieben. Nach wie vor bietet er ihr Kultur, wirtschaftlichen Wohlstand, einen sicheren Platz im Leben.

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The Deep Blue Sea ist ein Kammerspiel, ein Portrait Englands in den Nachkriegsjahren und Studie über die zerstörerische Macht der Liebe. Der Film lässt uns am Leben dreier Menschen teilhaben, die außer Stande sind, andere so zu lieben, wie diese das brauchen und selbst nicht jene Liebe finden, die sie suchen:

Eine Ehefrau soll aus gesellschaftlicher Konvention eine Ehe aufrechterhalten, in welcher sie sich einsam fühlt.

Von einem ehemaligen Piloten wird erwartet, sich als Angestellter in eine Gesellschaft zu integrieren, obwohl er „im Krieg“ geblieben ist.

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Und ein Richter, der versucht seine Frau zu halten, obschon sie ihm entgleitet.
In einer Zeit, in der eigentlich das ganze Land eine Therapie benötigte, zeigt sich wie Menschen dieses Landes mit ihren Erfahrungen umgehen und versuchen psychisch zu überleben. Dass sie sich dabei selbst zerstören, können sie nicht zu verhindern.

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Ich bin begeistert. Ein außergewöhnlicher Film über reale Menschen, bewegend, schmerzhaft, fantastisch gespielt und mit großer Ruhe inszeniert.

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Ich rate nur unter allen Umständen nie die deutsche Synchronisation zu hören – sie schmälert diesen Film wirklich sehr.

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American Horror Story: Roanoke, 2016

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Nach der etwas schwächelnden Staffel 5, nun die aktuellste Staffel – wobei Nr. 7 ja hoffentlich bald kommt. Puh, die Version war wohl diejenige, die mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat, was ich von ihr halten soll. Drei Anläufe hat es gebraucht, bis ich zugeschaut habe.

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In American Horror Story Roanoke geht es um ein Ehepaar, Shelby und Matt, die ein neues Leben in einem abgelegenen Haus beginnen wollen. Doch schon direkt nach ihrem Einzug geschehen eigenartige, unerklärliche Dinge in diesem Haus. Das Ehepaar wird terrorisiert von eigentümlichen Gestalten und wilden Menschen. Schnell stellt sich heraus, dass die mysteriösen Ereignisse und Gestalten im Zusammenhang mit der vor vielen Jahrhunderten spurlos verschwundenen Kolonie Roanoke stehen.

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Erst einmal ein Wow an die Darstellungsform: nämlich die einer Dokumentation namens „My Roanoke Nightmare“ und deren Fortsetzung „Return to Roanoke – Three Days in Hell“, die in Form von Interview- und Renactmentszenen dargestellt wird, d.h. andere Schauspieler stellen wiederum Shelby und Matt dar. Beziehungsweise in der Fortsetzungsdokumentation geht es um das Prinzip des Found Footage – Kameras Filmen, ebenso wie die Darsteller, die permanent ein Handy dabei haben.
Zudem ist Roanoke – wie bisher alle Staffeln von American Horror Story – komplett unabhängig von den vorherigen Staffeln.

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Die neue Darstellungsform, die in dieser Staffel erstmalig genutzt wird, ist wirklich etwas Besonderes. Sie verleiht der Staffel eine Exklusivität und macht die Geschichte gut nachvollziehbar. Einziges Manko hierbei: Dass die Darsteller nachträglich in einem Interview ihre Geschichte erzählen, verrät bereits den groben Ausgang der Geschichte. Insgesamt finde ich die Darstellungsform wirklich ziemlich originell und interessant, allerdings sieht das nicht unbedingt jeder so.

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Geschichtlich handelt es sich um eine klassische Horror-Geschichte, wobei wieder mehr auf klassische Horror-Elemente gesetzt wird als in den letzten Staffeln. Das gefällt mir wirklich gut! An einigen Stellen verkommt die Darstellung jedoch leicht in eine Art Splatter, in denen es nur noch um Folter, Blut und Gewalt geht. Sehr gut empfinde ich, dass – gerade im Vergleich zu früheren Staffeln – eine kohärente Geschichte erzählt wird.

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In früheren Staffeln wurden häufig mehrere Handlungsstränge geöffnet, und nicht alle wurden zufriedenstellend aufgelöst. Das ist hier anders. Die Geschichte hat einen klaren Anfang und ein klares Ende, und Nebenhandlungen gibt es quasi nicht/kaum.
Trotz der vielen positiven Aspekte dieser Staffel, hat mich Roanoke nicht total gefesselt.

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Roanoke ist eine sehenswerte sechste Staffel von American Horror Story, die insbesondere durch ihre originelle Darstellungsform hervorsticht.

Live Letters

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Normalerweise schreibe ich über Filme und Serien, aber auf eine Empfehlung hin bin ich auf Aufnahmen einer Liveperformance gestoßen: Letters Live. Der Vortrag von Briefen: Lustige, liebevolle, traurige, unterhaltsame Briefe aus verschiedenen Dekaden und deswegen möchte ich hier klar eine Empfehlung aussprechen. Briefe sind etwas wunderbares. Ich war schon ein großer Fan des in Deutschland gestarteten Rilke Projekt. In diesem Sinne: Lest und schreibt!

Ausstattung und Set ist minimal, logischer Weise, aber der Vortrag ist wunderbar.

 

American Horror Story: Hotel

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Staffel 5! Wir nähern uns der Zielgeraden bei American Horrorstory! Nach erfolgreicher Freak Show begeben wir uns nun in die Gegenwart in das Hotel Cortez.

In Stil und Atmosphäre kann die Staffel locker mit den Vorgängern mithalten. Die Ausstattung, Kamera, Spezialeffekte und die Musik sind mal wieder erstklassig. Besonders der Art Deco Look des Hotels selbst ist wirklich gelungen. Von dem schummrigen Zelt der Freak Show in ein vergessenes Luxushotel der 30er Jahre.

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Auch schauspielerisch hat „Hotel“ wieder einiges zu bieten. Gespannt war ich natürlich  auf die Darstellung von Lady Gaga. Ich persönlich finde, dass sie ihre Sache sehr ordentlich macht, sie passt sehr gut in die Rolle der mondän-dekadenten Countess. Allerdings kann ich die euphorischen Lobeshymnen dann doch nicht nachvollziehen. Ich finde die Regie und die Rolle verlangen ihr nicht allzu viel ab. Das ist nicht ihre Schuld aber beispielsweise die Golden-Globe-Auszeichnung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

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Die Akzente setzen einmal mehr die arrivierten Darsteller, wobei Sarah Paulson für mich wieder einmal absolut herausragt, da wäre der Golden Globe deutlich angebrachter gewesen.

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Auf einer Augenhöhe erneut Evan Peters, diabolisch wie nie. Vorzüglich ist auch wieder Kathy Bates, ebenso Wes Bentley, Chloe Sevigny und vor allem in einer Doppelrolle Finn Wittrock, der schon in „Freak Show“ absolut grandios war.

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Und dann natürlich Denis O’Hare als Liz Taylor. Ich glaube von allen Figuren ist Liz bisher meine Lieblingsfigur. Eine Drag Queen als Bardame und gleichzeitig das wohl würdevollste was ich je gesehen habe. Bitte mehr davon! Seitdem: Habt keine ANgst vor violettem Lidschatten!

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Blass hingegen fand ich Cheyenne Jackson, Mare Winningham und Angela Basset, eigentlich eine tolle Schauspielerin, ging mir sogar richtig auf die Nerven, nachdem sie nun die dritte Staffel hintereinander die immer gleiche Rolle spielt und sich ihre Darstellung als wenig variantenreich erweist. Die Rollen waren auch wirklich alle nicht wirklich aussagekräftig.

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Was mir diese Staffel aber dann doch madig gemacht hat, ist die Tatsache, dass sich hier unter der Oberfläche wenig Substanz verbirgt. Vampirkinder, das Hotel als Mordmaschinerie, Persönlichkeitsspaltung, ein Latexmonster – Gerade ab dem zweiten Teil kommen noch X- Zusatzhandlungen dazu, die eigentlich gar nicht mehr passen.

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Die Geschichte um die Countess beschränkt sich, zumindest in der ersten Staffelhälfte, fast nur auf Blut- und Sexszenen. Irgendwann hat der Zuschauer es kapiert.

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In der zweiten Hälfte wird dies zwar deutlich besser, weil man endlich auch etwas über die Vergangenheit der Countess erfährt, leider wird es gegen Ende streckenweise sehr unlogisch und nicht nachvollziehbar.

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